Heizkostenreduzierung durch Mehrfachverglasung

Fenster Der Winter dieses Jahr ist wieder hartnäckig. Und gerade in alten Häusern kennt man die unangenehme Zugluft bei Fenstern, was am Unterschied zwischen der Raumtemperatur und der Oberflächentemperatur der schlecht gedämmten Fenster liegt.

Durch Wärmeschutzfenster aus zwei Scheiben lassen sich Energieverluste vermeiden. Im Zwischenraum der Scheiben befinden sich Edelgase, die eine weitaus höhere Isolierwirkung besitzen als Luft. Die Scheibenoberfläche ist zusätzlich mit einer nicht sichtbaren Metallschicht überzogen, die langwellige Strahlen reflektiert und kurzwellige Strahlen hindurchlässt. Die zwischen Rahmen und Mauerwerk entstehende Fuge muss mit dauerelastischem Dichtstoff – beispielsweise mit komprimiertem Dichtungsband – dampfdicht abgedichtet werden.

Die Wärmeschutzwirkung solcher Fenster wird durch den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert, auch Ug-Wert genannt) angegeben und liegt bei Zweifachverglasungen bei etwa 1,0 W/m²K. Dieser Wert ist bei Dreifachverglasungen und Mehrfachbeschichtungen noch besser. Im Vergleich dazu sind die alten Einfachverglasungen mit etwa 5,0 W/m²K und alte Isolierfenster mit etwa 3,0 W/m²K viel schlechter gedämmt. Kurz gesagt: je niedriger der U-Wert, desto besser ist die Isolierung.

Jedoch spielt beim Wärmeschutz auch der Rahmen – bestehend aus Holz, Kunststoff, Aluminium oder Materialkombinationen – eine Rolle. Dieser Wert wird mit dem Uf-Wert angegeben. Besonders energiesparend sind hier so genannte Mehrkammersysteme. Laut Aussage von Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller, im Wiesbadener Kurier, ist der Gesamtwert des Fensters (Uw-Wert) am aussagekräftigsten und darf bei Modernisierungen gemäß der Energieeinsparverordnung derzeit maximal 1,3 W/m²K betragen.

Bei einer Sanierung sollten aber die Fenster nie alleine betrachtet werden. Vielmehr sollte ein Sanierungskonzept für das gesamte Haus in Betracht gezogen werden. Hierzu ist ein neutraler Fachmann zu konsultieren.

Small Steps – Teil 15: Geld nicht zum Fenster hinaus lüften.

Während der kalten Jahreszeit sind laut Energieagentur Nordrhein-Westfalen kurze Stoßlüftungen bei geschlossenen Thermostatventilen der Heizkörper der dauerhaften Kipplüftung vorzuziehen. Die aufsteigende warme Luft würde ungenutzt nach draußen entweichen und die einströmende Kaltluft würde direkt auf die Thermostatventile fallen, was im Endeffekt den Energieverlust erhöht.

Energieeinsparungen an Gebäuden im Bestand und bei Neubauten

Wäre es nach den Plänen der Regierung gegangen, hätten alle Gebäude bis 2050 so saniert werden sollen, dass sie entweder keine oder nur regenerativ erzeugte Energie verbrauchen. Von der Idee her eine gute Sache – denn fast 50 Prozent werden für das Heizen und Warmwasser verbraucht. Nach Berechnung des Eigentümer-Verbandes Haus & Grund hätte dies Mehrkosten für die Hausbesitzer von bis zu 1000 € pro Quadratmeter bedeutet.

Bei etwa 30 Millionen Gebäuden in Deutschland und erst etwa 1 Million sanierten Gebäuden ein wahres Konjunkturprogramm für das Handwerk, jedoch unzumutbar für die Hausbesitzer. Deshalb ist dieser Punkt im Energiekonzept der Regierung teilweise gekippt worden. Dennoch muss hier der Hebel angesetzt werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Was aber kann man denn konkret im Bestand oder bei Neubauten tun, damit man beispielsweise den für eine KfW-Förderung notwendigen Standard eines Energieeffizienzhauses erhält? Folgende Maßnahmen stellen nur einen groben Überblick dar. Genaue Planung bedarf eines Fachplaners.

1. Dämmung von Dächern
Eine gute Wärmedämmung ist wichtig für das Dach, da die erwärmte Luft nach oben steigt. Für eine wirksame Dämmung gibt es Materialien mit hohen Isoliereffekten.
2. Dämmung der Außenwände
Hier gibt es unterschiedliche Methoden. Zu nennen ist die Anbringung von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) oder baubiologisch sinnvolle Naturmaterialien.
3. Energiesparfenster
Energieverluste lassen sich durch Wärmeschutzfenster aus zwei oder mehr Scheiben vermeiden.
4. Dämmung von Kellern
Wird der Keller beheizt, empfiehlt die dena die Dämmung der Kellerwände und des Bodens; bleibt er unbeheizt, empfiehlt sie nur die Dämmung der Kellerdecke.
5. Dämmung der Rohrleitungen im Verteilungssystem
Die Dämmschichtdicke zur Wärmedämmung dieser Leitungen ist abhängig vom Rohrdurchmesser und ist in der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu finden.
6. Kesselerneuerung
Im Bestand kann auch bei einer Kesselerneuerung viel Energie eingespart werden. Dabei sollte der Einsatz erneuerbarer Energien – etwa Holz oder Pellets – mit eingeplant werden.
7. Lüftungsanlagen
Werden Lüftungsanlagen verwendet, sparen Anlagen mit Wärmerückgewinnung besonders viel Energie.
8. Warmwasserversorgung
Während des Sommers und weiter Teile der Übergangszeit kann das Brauchwarmwasser mittels Solarthermie erhitzt werden.

Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen ist bei Neubauten die Grundstückswahl zu beachten. Die Energiebilanz eines Gebäudes wird durch die Lage in der Landschaft beeinflusst. Deshalb sind Kaltmulden, Wind exponierte Lagen und Verschattung zu vermeiden. Zu bevorzugen sind nach Süden hin geöffnete und zur Nord- und Wetterseite möglichst geschlossene Gebäude. Große Fensterflächen auf der Südseite erhöhen zudem die solaren Wärmegewinne. Nähere Informationen zum Thema „Energieeffiziente Gebäude“ sind unter anderem hier zu finden dena Gebäudeeffizienz.