Neues Meeresschutzgebiet im Nordostatlantik

Der nordostatlantische Schelf gehört laut WWF zu den „ökologisch wertvollsten Meeresregionen der Erde“. Dort anzutreffen sind neben seltenen Fischarten auch riesige Kaltwasserkorallenriffe. Bedroht ist diese Region hauptsächlich durch die Fischerei.

Da die Küstengebiete zumeist schon leer gefischt sind, erschließen die Flotten verstärkt die Tiefsee, und hier besonders die als Laich- und Nahrungsgebiete dienenden Seeberge. Unter den gefangenen Fischen befinden sich auch Grenadierfische oder Granatbarsche, die nur langsam nachwachsen mit nur wenigen Nachkommen. Bedroht sind auch die in der Tiefsee vorhandenen Kaltwasserkorallen, zerstört durch die tonnenschweren Bodenschleppnetze.

Die 15 Mitgliedstaaten von OSPAR, einer Organisation zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks haben deshalb Ende September das weltweit erste Netzwerk von Meeresschutzgebieten auf der Hohen See jenseits nationaler Zuständigkeiten ausgewiesen. Geschützt sind Gebiete mit einer Größe von etwa 433.000 Quadratkilometern und somit rund 3 Prozent des Nordostatlantiks.

Zudem verabredeten sie einen Fahrplan für eine umfassende Defizitanalyse der Katastrophe der Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Mehr Informationen dazu und zur Organisation sind unter OSPAR zu finden.

Ozeane sind sauer!

Unfälle wie die der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ und deren Folgen können sich überall dort ereignen, wo in der Tiefsee nach Öl gebohrt wird. Auch die Arktis könnte davon betroffen sein. Denn durch die Schmelze ist der Weg freigegeben auf die Jagd nach Ressourcen wie Öl, Gas oder Fischbestände.

aufgenommen in Cape Point 2004

Eine weitere Gefahr ist aber auch die erst vor wenigen Jahren entdeckte Versauerung der Ozeane. Das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel (IFM GEOMAR) war 2010 zusammen mit einem Team von Greenpeace unterwegs um dieses Thema zu erforschen.

Ergebnis ist, dass die Weltmeere anthropogenes Kohlendioxid aufnehmen und im Wasser in Kohlensäure umwandeln. Da die CO2-Emissionen immer schneller ansteigen, müssen die Ozeane immer mehr CO2 aufnehmen und werden so immer saurer.