Gedanken einer freundlicheren Mobilität

IMGP0526kleiner Ich habe schon oft ϋber den Verkehr berichtet. Beim Thema Verkehr ist aber nicht nur das Auto zu betrachten. In Gesprächen mit Freunden stelle ich immer wieder fest, dass viele bereit wären, auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder sogar auf das Rad umzusteigen, wenn einige Randbedingungen erfϋllt wären. So zum Beispiel die Bereiche Sicherheit oder Flexibilität.

In meiner Heimatstadt etwa beginnen und enden Radwege im Nirgendwo, sodass man sich plötzlich zwischen zwei LKWs wiederfinden kann. Kommt man doch heile an, so fehlt es an geeigneten ϋberdachten Fahrradabstellplätzen. Gegen die Einbahnstraβe fahren zu können ist gut und gibt einem als Fahrradfahrer die Möglichkeit, abseits der Hauptstraβen zu fahren. Jedoch hält sich nicht jeder Autofahrer daran. Hier gilt es noch mehr Aufklärungsarbeit durchzufϋhren.

Warum einige Straβenzϋge nicht einfach den Fuβgängern zurϋckgeben? Dadurch gebe es eine ganz neue Lebensqualität in den Städten. Es wϋrde grϋner, der Einzelhandel gestärkt und durch vermehrte Straβenfeste etwa das Miteinander unter den Menschen erhöht werden. Eine zu einer Fuβgängerzone umfunktionierte Straβe, kann zudem zu einem wahren Einkaufsmagneten werden, den man sich in Zukunft gar nicht mehr wegdenken kann. In diesem Fall ist die Politik gefragt, diesen Weg mit Mut zu bestreiten.

Der ÖPNV muss auch das Umland mit betrachten. Heute nimmt die Anzahl der Pendler zur Arbeit ständig zu. Damit Pendler ϋber einen Umstieg nachdenken, mϋssen Anreize geschaffen werden. In der Stadtperipherie etwa sollten beispielsweise gröβere „Park-and-Ride“ Systeme zur Verfϋgung gestellt werden. Die Anschlusszeiten sollten auch mit den ϋberregionalen Verkehrsverbϋnden besser getaktet werden.

Über eine Idee, die man vielleicht in einigen Städten ϋberlegen kann, möchte ich berichten. Die belgische Stadt Hasselt bot tatsächlich seinen öffentlichen Personennahverkehr zum Nulltarif an. Jeder konnte auf einmal Busse und Bahnen kostenlos nutzen. Folge davon war, dass die Anzahl an Passagieren enorm zunahm. Dadurch stiegen die Umsätze und Arbeitsplätze in der Innenstadt. Die Finanzausfälle durch Ticketverkäufe oder Parkplatzgebϋhren wurden dadurch mehr als aufgefangen. Vielspurige Straβenzϋge und Parkplätze konnten zurϋckgebaut oder sogar begrϋnt und fuβgänger- und fahrradfreundlich umgestaltet werden. Kurz zusammengefasst: die Menschen wurden einfach glϋcklicher.

Es gibt weitere Beispiele an Städten, die neue Wege gehen. Städte wie Mϋnster, Freiburg oder Kopenhagen können hier als Vorbilder dienen. Sie zeigen, dass ein Miteinander aller Verkehrsteilnehmer funktionieren kann.

Mit dem Solartaxi um die Welt

Stellt euch vor, um die Welt zu fahren. Stellt euch weiter vor, dabei viele Länder und Menschen kennen zu lernen. Das sind 53.000 Kilometer pures Abenteuer. Und jetzt stellt euch vor, dass dies alles ohne Benzin und CO2-frei geht. Eine tolle Vorstellung.

Dem Schweizer Louis Palmer ist dies auf einer 18-monatigen Reise gelungen. Zwischenziel war 2007 auf der Klimakonferenz in Bali vorzufahren und den UNO-Generalsekretär mit dem Solartaxi ins Büro zu fahren. Hauptziel aber war es, den Menschen Denkanstöße zu geben. Denn die Technik ist vorhanden, was fehlt „ist eine Änderung in den Köpfen der Menschen“, so Palmer. Ein Umdenken in eine CO2-freie Fortbewegung.

An seinem 500 Kilogramm schweren Taxi wurde ein Anhänger angebracht und eine 6m² große Solarzelle angebracht. Diese produzierte Strom, der für eine Strecke von etwa 100 Kilometern pro Tag reichte. Damit Palmer auch fahren konnte, wenn die Sonne mal nicht scheint, wurde eine wartungsfreie Hochenergiebatterie aus Kochsalz, Keramik und Nickel eingebaut.

Leider, so Palmer, sprechen wir heute noch weniger über Klimaschutz als damals, da zwar viele etwas dagegen tun würden, aber nicht wissen wie. Sein nächstes Projekt wird es sein, bezahlbare Solarautos für jedermann auf die Straße zu bringen.

Bis dahin sind seine Abenteuer und sein Erlebtes auf seiner Reise um die Welt auf der Dokumentarfilm-DVD „Solartaxi“ zu sehen. Ein kurzer Vorgeschmack auf die DVD, die ab dem 1.3.2012 im Handel zu erhalten ist, zeigt folgender Trailer.

Beitrag zum Klimaschutz: Mit dem Rad zur Arbeit fahren!

Auch wenn ich jeden Tag mit dem Bus statt mit einem Auto zur Arbeit fahre, so dachte ich mir „es geht noch besser“. Momentan ist das Wetter perfekt mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Und das tue ich jetzt seit ungefähr drei Wochen – außer an regnerischen Tagen gebe ich zu. Als zusätzliche Motivation und um möglichst den Autoverkehr zu meiden habe ich mir eine Route ausgesucht, die durch einen Park verläuft und man weniger ins Schwitzen gerät. Und ich muss sagen, es tut mir gut. Ich komme frischer und motivierter auf der Arbeit an, kann gleich loslegen und freue mich den ganzen Tag schon auf die Rückfahrt abends.

Zudem ist es für diejenigen ein Ausgleich, die es morgens oder abends nicht mehr schaffen, sich im Verein oder im Sportstudio sportlich zu betätigen. Greenpeace Saar hatte vor ein paar Monaten zum “Klimastar” aufgerufen. Damals war es nur ein Vorschlag von mir, den ich jetzt in die Tat umsetze.

Wem seine Gesundheit nicht Motivation genug ist, man spart auch bares Geld und verbraucht weniger CO2. Wer ein Auto hat und ganzjährig auf günstigere Verkehrsmittel umsteigen möchte, kann sich dies auf Rechner wie etwa dem “Fahrspar-Rechner” der Verbraucherzentrale ausrechnen lassen. Im Vergleich zu einem Kleinwagen mit 6 Liter Benzin Durchschnittsverbrauch spare ich mit dem Rad über 1.000 Euro und etwa 350 Kg CO2 jährlich ein. Geld das ich guten Gewissens in meinen nächsten Urlaub stecken kann. Zusätzlich bieten einige Krankenkassen Sonderkonditionen für mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.

Uns interessiert, wie Ihr zur Arbeit kommt und, ob Ihr für das Klima auf das Auto verzichten würdet. Erzählt Eure Geschichte.

Unfälle wegen geräuschlosen E-Autos?

Erhöhtes Gefahrenpotential im Straßenverkehr für Fußgänger und Fahrradfahrer durch leise Autos? Mit dem Wegfall des Geräuschs von Verbrennungsmotoren kommt ein neues Problem in Sachen Verkehrssicherheit auf: wie werden Passanten auf die Elektrofahrzeuge aufmerksam gemacht? Eine „Fußgängerhupe“ wird es hier wohl nicht geben. Damit es zu keinen Unfällen kommen wird, sehen Gesetzgeber für die Hersteller aber wahrscheinlich Vorschriften von dauerhaften „Ersatzklängen“ vor, wie es im Wiesbadener Kurier vom 18. Januar heißt.

Techniker von Elektroautohersteller sehen zwar weiter die Verantwortung beim Autofahrer, auf Passanten acht zu geben; man arbeitet aber bereits an Systemen, die einen Klang für Elektroautos produzieren. Trotz allem darf man nicht vergessen, dass mit dem Wegfall der Lärmbelästigung auch ein Stück Lebensqualität in die Städte zurückkommen würde. Eine Qualität, die den Sinnesorganen von Städtern leider abhanden gekommen ist.

Elektroauto gegen Brennstoffzellenauto

E-Auto vs Brennstoffzellenauto Mercedes steckt seine Forschung sowohl verstärkt in Elektroautos, als auch in Brennstoffzellenautos. Ob sich beide Techniken miteinander direkt vergleichen lassen, sei einmal dahingestellt. Aber wir wagen trotzdem einen kleinen Vergleich.

Auf der einen Seite haben wir die auf der A-Klasse basierende A-Klasse E-Cell. Im Zwischenboden kann viel Batterie untergebracht werden, so dass kein Platz im Innenraum geopfert werden muss. Mit einer vollen Batterieladung kommt man laut Wiesbadener Kurier etwa 255 Kilometer weit. Für die Ladezeit muss man an einer Haushaltssteckdose etwa acht Stunden einplanen; an einer öffentlichen Ladestation etwa drei Stunden. Da das Auto im Allgemeinen die meiste Zeit – etwa auf der Arbeit – steht, kann hier die Ladezeit gut untergebracht werden. Für eine Marktreife ist trotzdem noch viel zu tun: eine ausgereifte Infrastruktur mit Schnellladestationen; Batterien müssen günstiger und energiedichter werden. Aber das Ende der Forschung ist bei einem 150 Kilogramm Lithium-Ionen-Akku und 100 Kilometer Reichweite noch nicht erreicht – die Werte waren vor Jahren noch zwei- bis dreimal so schlecht.

Das Brennstoffzellenkonzept wird in einer B-Klasse umgesetzt. Kurz erläutert erzeugt hierbei Wasserstoff im Fahrzeug bei einer chemischen Reaktion elektrische Energie. Bei diesem Konzept sehen die Daten im Vergleich zum Elektroauto laut Wiesbadener Kurier etwas besser aus: 385 Kilometer Reichweite, das Tanken mit Wasserstoff dauert nur Minuten und Wasserstoff ist zu Genüge vorhanden, da er beispielsweise von industriellen Betrieben nutzlos abgefackelt wird.

Welches Konzept sich durchsetzen wird, vermag nur ein Blick in die Glaskugel. Es ist jedoch zu hoffen, dass die Forschung nicht wieder in den Schubladen verschwindet wie schon einmal vor Jahren.