Tag der Menschenrechte

Menschenrechte Ein Thema, welches mir sehr am Herzen liegt: heute ist der Tag der Menschenrechte! Ein Tag, der in Deutschland relativ wenig Beachtung erfährt. Vielleicht aus dem Grunde, dass diese Rechte in Deutschland als selbstverständlich erachtet werden. Ob dies in unserem Lande immer der Fall ist, möchten wir gar nicht kommentieren. Aber es gibt Länder, in denen diese Rechte teilweise mit den Füßen getreten werden und alles andere als selbstverständlich sind. Erwähnt sei nur einmal die Freiheit, seine eigene Meinung zu sagen. Eine Freiheit, die einige Menschen mit schwersten Verletzungen davontragen – und das selbst in Ländern, in denen man solche Aktionen nicht unbedingt gleich erwartet wie die Ereignisse in den letzten Wochen zeigen. Zum Nachlesen und Nachdenken hier einmal kurz die 30 Artikel der Menschenrechte: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Wir gedenken allen Menschen, die für die Menschenrechte eintreten und eingetreten sind, die aus diesem Grunde im Gefängnis sitzen müssen, eventuell gefoltert werden oder sonst wie in Ihren Rechten unterdrückt werden.

Sauberes Wasser ist jetzt Menschenrecht – und nun?

Im Juli dieses Jahres wurde in der Vollversammlung der Vereinten Nationen der
Anspruch auf reines Wasser und Sanitärversorgung als allgemeines Menschenrecht festgeschrieben. Aber ist dieser Anspruch auf sauberes Wasser damit auch völkerrechtlich verbindlich? Nein, denn er ist nicht einklagbar. Vielmehr ist es nur ein symbolischer Wert, der höchstens hoffen lässt, dass er einen gewissen Einfluss auf die Politik der Staaten hat.

Nach Angaben von Deutschlands UN-Botschafter Peter Wittig haben „884 Millionen Menschen keinen genügenden Zugang zu sauberen Trinkwasser und mehr als 2,6 Milliarden keinen zu einfachen sanitären Anlagen“. Laut Boliviens UN-Botschafter Pablo Solón stirbt alle dreieinhalb Sekunden ein Kind aufgrund von unsauberem Wasser. Ein Zustand, der einen nachdenklich macht, aber vor allem nicht hinnehmbar ist. Aber was sollte konkret angegangen werden?

Wir berichteten im Artikel Ernüchternde Bilanz der Millenniumsziele, dass das Ziel, den Wasser- und Hygienenotstand bis zum Jahr 2015 zu halbieren, zwar erreicht werden könne, doch sind die Wasserressourcen immens gefährdet:

• Industrie und Landwirtschaft sind die größten Verschwender der natürlichen Ressourcen.
• Die Wasservorräte in vielen Regionen werden durch den Klimawandel beeinflusst.
• Ungeklärtes Wasser aus Industrie, Haushalt und Landwirtschaft wird in den meisten Entwicklungsländern ungeklärt in Seen und Flüsse entsorgt.
• Der Grundwasserspiegel sinkt fast überall auf der Welt ab, da mehr Wasser aus den unterirdischen Speichern verbraucht wird, als durch Niederschläge wieder aufgefüllt werden kann.
• Hinzu kommt die Umweltverschmutzung und die teils hohe Belastung der Böden.
• Große Mengen an Trinkwasser versickern durch marode Wasserleitungen.
• Gerade in Slums fehlt es an entsprechender Infrastruktur. Wasser muss teuer aus Flaschen gekauft werden. In Ghana beispielsweise ist es unerschwinglich. Dort kostet der Monatsbedarf einer Familie an abgepacktem Wasser laut UNICEF etwa 30 Dollar – bei einem Einkommen von etwa 10 bis 20 Dollar.

Ziel muss es also sein, mit Wasser sparsamer und nachhaltiger umzugehen, damit auch zukünftige Generationen einen sichergestellten Wasserzugang haben. Konkret bedeutet dies:

• Entwicklung von effizienten Umwelt- und Wassermanagementsystemen.
• Vermittlung von Kenntnissen zur Wasserpolitik, zum integrierten Wasserressourcenmanagement, zur Siedlungswasserwirtschaft und zur ländlichen Wassernutzung.
• Entwicklung angepasster Technologien der Trinkwasserver- und -entsorgung.
• Bewohner und Stadtverwaltung von Slumvierteln zur besseren Organisation der Müll- und Abwasserentsorgung an einen Tisch bringen.
• Bau von Brunnen, Handpumpen und Wasserleitungen mit einfachen Techniken. So etwa eine einfache kostengünstige Handpumpe, die genügend Wasser für ein kleines Dorf liefern kann.
• Aufklärungsarbeit: einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen mit Seife können laut UNICEF Durchfallerkrankungen um 40 Prozent reduzieren.