20 Prozent mehr Heizkosten für 2010

Strommast Der kälteste Winter seit 10 Jahren hat Auswirkungen auf die Heizenergiekosten. Wie die EnergieAgentur.NRW verlauten ließ, werden die Kosten für die Heizenergie durchschnittlich um 20 Prozent steigen. Für Einige bedeutet dies eine saftige Nachzahlung.

Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) hat hierzu die Gradtagszahlen für Deutschland und das Jahr 2010 herausgegeben. Auf der Internetseite wird ein kostenloses Excel-Programm für Gradtagszahlen in Deutschland angeboten. So können die Heizgradtage bzw. die Gradtagszahl für 42 Orte in Deutschland von 1990 bis 2010 ermittelt werden. Damit lassen sich Heizenergieverbräuche überprüfen; sie geben in Abhängigkeit von der Außentemperatur sowohl die Heiztage im Monat oder Jahr an als auch den Heizbedarf, um die gewünschte Raumtemperatur zu sichern. Jahreszeitliche Schwankungen können so mathematisch wiedergegeben werden.

Eine langfristige Energiekostensenkung kann beispielsweise eine energetische Sanierung bewirken. Was getan werden kann, haben wir im Artikel „Energieeinsparungen an Gebäuden im Bestand und bei Neubauten“ geschrieben. Ab März diesen Jahres fördert die KfW Bankengruppe auch wieder Einzelmaßnahmen.

Heizkostenreduzierung durch Mehrfachverglasung

Fenster Der Winter dieses Jahr ist wieder hartnäckig. Und gerade in alten Häusern kennt man die unangenehme Zugluft bei Fenstern, was am Unterschied zwischen der Raumtemperatur und der Oberflächentemperatur der schlecht gedämmten Fenster liegt.

Durch Wärmeschutzfenster aus zwei Scheiben lassen sich Energieverluste vermeiden. Im Zwischenraum der Scheiben befinden sich Edelgase, die eine weitaus höhere Isolierwirkung besitzen als Luft. Die Scheibenoberfläche ist zusätzlich mit einer nicht sichtbaren Metallschicht überzogen, die langwellige Strahlen reflektiert und kurzwellige Strahlen hindurchlässt. Die zwischen Rahmen und Mauerwerk entstehende Fuge muss mit dauerelastischem Dichtstoff – beispielsweise mit komprimiertem Dichtungsband – dampfdicht abgedichtet werden.

Die Wärmeschutzwirkung solcher Fenster wird durch den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert, auch Ug-Wert genannt) angegeben und liegt bei Zweifachverglasungen bei etwa 1,0 W/m²K. Dieser Wert ist bei Dreifachverglasungen und Mehrfachbeschichtungen noch besser. Im Vergleich dazu sind die alten Einfachverglasungen mit etwa 5,0 W/m²K und alte Isolierfenster mit etwa 3,0 W/m²K viel schlechter gedämmt. Kurz gesagt: je niedriger der U-Wert, desto besser ist die Isolierung.

Jedoch spielt beim Wärmeschutz auch der Rahmen – bestehend aus Holz, Kunststoff, Aluminium oder Materialkombinationen – eine Rolle. Dieser Wert wird mit dem Uf-Wert angegeben. Besonders energiesparend sind hier so genannte Mehrkammersysteme. Laut Aussage von Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller, im Wiesbadener Kurier, ist der Gesamtwert des Fensters (Uw-Wert) am aussagekräftigsten und darf bei Modernisierungen gemäß der Energieeinsparverordnung derzeit maximal 1,3 W/m²K betragen.

Bei einer Sanierung sollten aber die Fenster nie alleine betrachtet werden. Vielmehr sollte ein Sanierungskonzept für das gesamte Haus in Betracht gezogen werden. Hierzu ist ein neutraler Fachmann zu konsultieren.

Studie belegt: mit Wärme aus erneuerbaren Energien spart man Heizkosten

Die Studie Verbrauchsgebundene Heizkosten für erneuerbare und konventionelle Energieträger im Vergleich des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) verglich die Wärmekosten von konventionellen und Heizsystemen auf Basis erneuerbarer Energien aus dem Jahr 2009.

Ein Ergebnis war, dass Privathaushalte mit Wärme aus erneuerbaren Energien wie beispielsweise Holzheizungen, Wärmepumpen und solarthermische Anlagen im Durchschnitt etwa 595 Euro an Heizkosten einsparen konnten – obwohl der Wärmebedarf witterungsbedingt gestiegen ist. Auch die Haushalte, die mit konventionellen Brennstoffen heizten, mussten durchschnittlich etwa 80 Euro weniger für ihren Wärmebedarf zahlen als im Jahr davor, was an den gesunkenen Preisen für Öl und Gas lag.

Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil der Erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch in privaten Haushalten auf 14 Prozent anzuheben – im Jahr 2009 lag er bei 10,7 Prozent. Ein Hemmnis auf erneuerbare Energien umzusteigen, so die Studie, seien die hohen Anfangsinvestitionen. Hier sind als Fazit der Studie Förderungen und zinsgünstige Kredite notwendig, um die Ziele erreichen zu können.