Walk the Talk

In life you will meet quite a few people
who know how to talk and try to convince you with their words.
But when it comes to action they disappear.

Talking the truth means talking about what is right.
You will know what is right by listening to your heart.
If you know the truth stick to it and put it into action.

Be brave. Even if that means that ‘friends’ will turn their back on you.
Then you will know they weren’t real friends.
Believe me, real friends and Jesus will always stay by your side
even in stormy weathers.

Love, your Papa.

Freundschaft in heutigen Zeiten

Ihr habt euch mit Sicherheit auch schon des Öfteren gefragt, wie viele Freunde Ihr zu euren wahren Freunden zählen dürft. Und ich rede nicht von den vielen “Adds” in sozialen Netzwerken wie “Wer-kennt-Wen” oder “Facebook”, von denen man wahrscheinlich viele in Natura noch nie gesehen hat und auch nie sehen wird. Reicht ein Klick heutzutage aus, um nicht mehr einsam zu sein? Reicht ein “iLike” Button aus, um sich verstanden zu fühlen? Wer macht sich heute noch die Mühe, Zeit für die Sorgen anderer zu nehmen in einer Zeit, in der es gerade noch reicht, an sich selber zu denken? Was bedeutet heute überhaupt noch Freundschaft?

All diese Fragen stellen sich mir gerade, da ich umgezogen bin und versuche keinen neuen, aber einen zusätzlichen Freundeskreis aufzubauen. Die Umstände haben sich gegenüber früher geändert. Ist man früher dort alt geworden, wo man aufgewachsen ist, so ist es fast normal geworden, dort hin zu gehen, wo man Arbeit findet. Und diese Erfahrung machen immer mehr Menschen in der heutigen Berufswelt. Anders als beim Studium oder in einer Ausbildung ist es als Berufstätiger umso schwieriger, neu anzufangen. Da ich mich als einen recht offenen Menschen bezeichne, habe ich diesen Schritt gewagt. Milde ausgedrückt, es ist ein schwieriges Unterfangen. Dabei kann ich dies eigentlich niemandem Übel nehmen. Ist doch jeder bereits in bestehenden und funktionierenden Freundschaften integriert. Warum dann Neue aufnehmen? Aber ist es nicht gerade im Leben spannend und interessant, durch neue Ideen von neu getroffenen Menschen zu lernen?

Die Globalisierung macht beim Thema Freundschaft nicht halt. In Neuseeland lernte ich zwei Menschen aus Neukaledonien kennen. Eine ist jetzt nach Frankreich gekommen, um zu studieren. Durch die Gespräche mit ihr stellt man sehr schnell fest, dass sie die gleichen Sorgen und Ängste plagen, woanders neu anzufangen. Und plötzlich ist die Welt gar nicht mehr so groß und fremd. Ein guter Aspekt der Globalisierung wie ich finde.

Aber es ist auch unter alten Freunden immer schwieriger geworden, die Beziehung aufrecht zu erhalten. Der Mensch ist ein soziales Wesen und die meisten gehen zugrunde, wenn sie alleine gelassen werden. Ältere Menschen, die in Altersheimen vereinsamen, können ein Lied davon singen. Was machen also die zum Leben notwendigen Freundschaften aus? Ist es das allsonntägliche Treffen zum Fußballspiel? Das gemeinsame Draufmachen am Samstagabend? Ein Geburtstagsanruf? Ein gutes Gespräch bis in die Morgenstunden?

Freundschaft bedeutet für mich, sich alles erzählen zu können. Füreinander da zu sein, gerade wenn man jemanden braucht. Den anderen in seinen Plänen und seinen Träumen unterstützen. Jeder Mensch macht Fehler – gerade deshalb ist es wichtig, den Gegenüber so zu nehmen wie er ist und ihn trotzdem zu mögen. Genauso wichtig ist es, wieder aufeinander zuzugehen, wenn einer dieser Fehler begangen wurde oder ein böses Wort gefallen ist. Sein Ego einmal hinten anstellen. Sich Zeit nehmen, ohne auf Verpflichtungen zu schauen oder eine Gegenleistung zu erwarten; genauso aber auch mal ein nein akzeptieren können. Wenn man sich nicht auch mal die Meinung sagen kann und gleich befürchten muss, dass dies unüberwindbare Gräben erzeugt oder die Freundschaft in Frage gestellt wird, ist es fraglich, ob man dann noch von einer wahren Freundschaft sprechen kann. Lieber direkt und ehrlich, als den Dolch im Rücken spüren. Ein Freund glaubt auch nicht immer gleich alles, was andere über einen erzählen. Dem anderen auch mal ein Lächeln oder eine Umarmung schenken, ohne dass er sein Bedürfnis ausspricht. Und dem anderen glauben, dass er es ehrlich meint, ohne, dass man sich diese Frage überhaupt stellen muss.

Für jeden hat Freundschaft sicherlich eine andere Bedeutung. Jedoch stelle ich in letzter Zeit immer wieder fest, dass nicht mehr die Menschen im Mittelpunkt stehen, sondern das eigene Ego und das Materielle. Viele werden jetzt denken, dass das alles richtige Arbeit ist. Und das stimmt wohl auch. Aber wieviel bekommt man von seinem „Invest“ wieder „Retour“? Das Schöne an einer wahren Freundschaft ist ja, dass alles wieder zurück kommt. Es ist immer ein Geben und Nehmen.

Eine Freundin erzählte mir neulich eine Geschichte. Als sie eines abends dringend zu einer Freundin fahren wollte, sprang ihr Auto nicht an. Sie ist dann zum Nachbarhaus und nachdem sie geklingelt hat, standen da plötzlich drei ganz junge Kinder vor ihr. Diese holten ihren Papa und meinten, “Papa, da draußen steht ne Frau, die Hilfe braucht”. Sie fragte ihn dann nach einem Überbrückungskabel. Er hat keins gefunden und auch die nächste Nachbarin hat ihres nicht gefunden. Am Ende haben sie alle das Auto angeschoben, bis es angesprungen ist. Sie meinte zu mir, dass das mal eine andere Art sei, seine Nachbarschaft kennenzulernen. Die Geschichte soll sagen, dass es nicht immer die ganz großen Gesten sein müssen. Manchmal reicht es, dem anderen nur wissen zu lassen, dass man in der Not für ihn da ist.

Viele werden allerdings auch die Erfahrung gemacht haben, dass es immer zwei Seiten gibt. Und sich fragen, wenn von der anderen Seite nichts zurückkommt, warum soll ich dann immer den ersten Schritt machen? Aber wenn jeder so denkt und seinen Stolz vor allem stellt, wird sich nie etwas ändern. Vielleicht denkt der eine oder andere heute darüber nach, sich nach längerer Zeit mal wieder bei einem Freund zu melden, was er schon so lange vorhatte, aber immer Wichtigeres vorgeschoben hat. Ein Telefonat kostet nicht viel und er hat ein Stück weit dazu beigetragen, die Welt ein bischen besser zu machen.