Ergebnisse der Klimakonferenz in Durban

Und wieder keine globalen Verbindlichkeiten gegen den Klimawandel. Wieder wird auf die nächste Klimakonferenz verschoben. Das verabschiedete Dokument (Durban Plattform) legt lediglich ein Fahrplan fest, der ein weltweites Abkommen bis 2020 in Aussicht stellt. Fast zehn weitere Jahre, die vergeudet werden. Die verbleibende Zeit für wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der Erwärmung auf 2° wird immer weniger.

Wenn Kanada, Russland und Japan bei einer Verlängerung des Kyoto-Protokolls wie angekündigt nicht mitmachen werden, repräsentieren die verbleibenden Staaten laut „Klimabündnis“ nur noch 15% der Treibhausgas-Emissionen. Eine Verlängerung der Reduktionsverpflichtungen soll erst nächstes Jahr erfolgen. Wann die Verpflichtungsperiode beginnen und wie lange sie dauern soll weiß noch keiner.

Auch für das Instrumentarium zur Reduzierung von Emissionen aus Waldzerstörung und Degradation (REDD) sind keine genauen Regeln beschlossen worden und ohne verbindliche Reduzierungszusagen bei den Treibhausgasen verliert es seine Daseinsberechtigung. Nach Angaben vom Klimabündnis zeigt eine Studie aus Peru auf, dass die Auswirkungen auf die indigenen Gemeinschaften sogar negativ sind:

– „die aktuellen Rahmenbedingungen zu REDD führen zu einer weiteren Verschärfung der Landkonflikte in indigenen Gebieten und zur Missachtung indigener Rechte;
– die Anstrengungen zur Entwicklung von REDD sind oft nicht Teil einer nationalen Gesamtstrategie zum Waldschutz und werden durch andere Entwicklungsanstrengungen (z.B. Bau von Straßen, Bergbauprojekte, Bau von Staudämmen) konterkariert;
– unzureichende Information der indigenen Gemeinschaften über das Instrumentarium und die Nachteile von REDD.“

Ein positives Ergebnis ist die strategische Allianz zwischen der EU und den kleinen Staaten, etwa den Inselstaaten, die sogar befürchten müssen, in einigen Jahren ganz überschwemmt zu werden.

Ein weiteres positives Ergebnis ist der Aufbau eines globalen Klimafonds (Green Climate Fonds). Dieser stellt bis 2020 jährlich etwa 100 Milliarden Dollar für Klimaschutz und Anpassung vor allem für die ärmeren Staaten zur Verfügung. Woher diese Gelder kommen sollen weiß allerdings auch noch keiner.

Wenn man bedenkt, wie viel CO2 die Zusammenkunft der schlauen Köpfe in Durban produziert hat, um solch schwache Ergebnisse hervorzubringen, wird einem ganz anders.

Durban 2011

Am 28. November findet die Weltklimakonferenz auf dem Kontinent statt, der am meisten von den Folgen der Klimaerwärmung betroffen sein wird: Afrika. Schmerzlich jetzt schon an der großen Dürre in Ostafrika zu sehen. Zugleich findet die Konferenz aber auch in dem Land statt, das der größte CO2-Emittent pro Kopf des Kontinents ist: Südafrika.

Im Artikel „Die Beschlüsse der Weltklimakonferenz in Cancún“ berichteten wir über den vor einem Jahr eingegangenen Kompromiss, der dem Klimaschutz nicht wirklich weiterhilft. Eine zentrale Frage gilt es gerade für Afrika auf der kommenden Konferenz zu beantworten: Wie können immer mehr Menschen Zugang zu Energie erlangen, ohne dabei weiter das Klima anzuheizen. Falsche Wege wie etwa die Zerstörung ganzer Landstriche im Nigerdelta durch den Ölkonzern Shell oder den weiteren Ausbau neuer Kohlekraftwerke in Südafrika gilt es entgegenzuwirken.

Der Schlüssel zu einer flächenhaften und bezahlbaren Stromversorgung sind die erneuerbaren Energien. Finanziert etwa mit Geld aus dem Grünen Klimafonds der UNO. Denn ohne Finanzmittel von außen wird es der Kontinent alleine nicht stemmen können, „sich an den Klimawandel anzupassen und seine Wirtschaft ökologisch umzugestalten“ so die südafrikanische Klimakampaignerin Siziwe Khanyile.

Südafrika muss dabei als Beispielland für Afrika vorangehen, genauso wie Deutschland für Europa. Hoffen wir, dass es im Anschluss an die Konferenz nicht schon wieder Nachrichten eines Kompromisses geben wird.