Energieeinsparungen an Gebäuden im Bestand und bei Neubauten

Wäre es nach den Plänen der Regierung gegangen, hätten alle Gebäude bis 2050 so saniert werden sollen, dass sie entweder keine oder nur regenerativ erzeugte Energie verbrauchen. Von der Idee her eine gute Sache – denn fast 50 Prozent werden für das Heizen und Warmwasser verbraucht. Nach Berechnung des Eigentümer-Verbandes Haus & Grund hätte dies Mehrkosten für die Hausbesitzer von bis zu 1000 € pro Quadratmeter bedeutet.

Bei etwa 30 Millionen Gebäuden in Deutschland und erst etwa 1 Million sanierten Gebäuden ein wahres Konjunkturprogramm für das Handwerk, jedoch unzumutbar für die Hausbesitzer. Deshalb ist dieser Punkt im Energiekonzept der Regierung teilweise gekippt worden. Dennoch muss hier der Hebel angesetzt werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Was aber kann man denn konkret im Bestand oder bei Neubauten tun, damit man beispielsweise den für eine KfW-Förderung notwendigen Standard eines Energieeffizienzhauses erhält? Folgende Maßnahmen stellen nur einen groben Überblick dar. Genaue Planung bedarf eines Fachplaners.

1. Dämmung von Dächern
Eine gute Wärmedämmung ist wichtig für das Dach, da die erwärmte Luft nach oben steigt. Für eine wirksame Dämmung gibt es Materialien mit hohen Isoliereffekten.
2. Dämmung der Außenwände
Hier gibt es unterschiedliche Methoden. Zu nennen ist die Anbringung von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) oder baubiologisch sinnvolle Naturmaterialien.
3. Energiesparfenster
Energieverluste lassen sich durch Wärmeschutzfenster aus zwei oder mehr Scheiben vermeiden.
4. Dämmung von Kellern
Wird der Keller beheizt, empfiehlt die dena die Dämmung der Kellerwände und des Bodens; bleibt er unbeheizt, empfiehlt sie nur die Dämmung der Kellerdecke.
5. Dämmung der Rohrleitungen im Verteilungssystem
Die Dämmschichtdicke zur Wärmedämmung dieser Leitungen ist abhängig vom Rohrdurchmesser und ist in der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu finden.
6. Kesselerneuerung
Im Bestand kann auch bei einer Kesselerneuerung viel Energie eingespart werden. Dabei sollte der Einsatz erneuerbarer Energien – etwa Holz oder Pellets – mit eingeplant werden.
7. Lüftungsanlagen
Werden Lüftungsanlagen verwendet, sparen Anlagen mit Wärmerückgewinnung besonders viel Energie.
8. Warmwasserversorgung
Während des Sommers und weiter Teile der Übergangszeit kann das Brauchwarmwasser mittels Solarthermie erhitzt werden.

Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen ist bei Neubauten die Grundstückswahl zu beachten. Die Energiebilanz eines Gebäudes wird durch die Lage in der Landschaft beeinflusst. Deshalb sind Kaltmulden, Wind exponierte Lagen und Verschattung zu vermeiden. Zu bevorzugen sind nach Süden hin geöffnete und zur Nord- und Wetterseite möglichst geschlossene Gebäude. Große Fensterflächen auf der Südseite erhöhen zudem die solaren Wärmegewinne. Nähere Informationen zum Thema „Energieeffiziente Gebäude“ sind unter anderem hier zu finden dena Gebäudeeffizienz.

Basiswissen Technik: Kühlung von Gebäuden mit Hilfe der Sonnenenergie

Im Sommer ein angenehm kühles Gebäude – und das mit weit weniger Stromkosten als bei konventionellen Anlagen. Das Stichwort heißt solare Kühlung – eine clevere Kombination aus Solarthermie und einer Adsorptionskältemaschine.

Die Kälte wird erzeugt, indem ein Kältemittel verdampft. Jedoch wird als Antriebsenergie nicht Strom, sondern solare Energie und als Kältemittel reines Wasser statt klimaschädlicher Mittel genutzt. Im Sommer, wo viel Kühlung benötigt wird, ist auch am meisten Sonne vorhanden. Ist sie doch einmal nicht vorhanden, muss ein zusätzlicher Heizkreislauf zugeschaltet werden. Dennoch werden laut Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) bis zu 80 Prozent Strom eingespart.

Die Fortführung wäre eine Kombination aus solarer Kühlung im Sommer und Wärmeerzeugung im Winter mittels Erdwärmesonden. Dazu wird die bei der Kühlung erzeugte Abwärme über die Sonden im Erdreich gespeichert. Im Winter funktioniert die Adsorptionsmaschine als Wärmepumpe und holt die Wärme aus dem Erdreich zu Heizzwecken in die Gebäude.

Neue Standards für Gebäude ab 2012

Im Mai diesen Jahres wurde die neue Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden verabschiedet, welche spätestens nach zwei Jahren in nationales Recht umgesetzt werden muss. Zur Zeit wird deswegen eine neue Energieeinsparverordnung (EnEV) für das Jahr 2012 geplant.

Es werden zum einen die Standards für Neubauten angehoben, so dürfen Neubauten ab 2020 fast keine Energie im Bereich Heizung, Lüftung und Kühlung mehr benötigen. Der Kreis der zur Ausstellung von Energieausweisen Verpflichteten wird erweitert, so muss ab 2012 der Gebäudeeigentümer den Energieausweis in allen öffentlichen Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr und größer als 500 m² Gesamtnutzfläche aushängen. Zum anderen wird aber gleichzeitig auch die Qualität der Dienstleistungen weiter erhöht, da ein unabhängiges Kontrollsystem für die bereits ausgestellten Energieausweise eingerichtet werden muss.