Große Herzen alleine reichen nicht

Endlich habe ich es geschafft, „Life Community Welfare“ vor Ort zu besuchen. Jene Organisation, die sich für Kinder in den Townships von Kapstadt einsetzt. Die Zentrale befindet sich in Elsies River. Zusammen mit den beiden Organisatorinnen Nomsa und Elisabeth haben wir über die Erfolge, aber auch über ernüchternde Ereignisse gesprochen.

Erfolgreich waren auf jeden Fall die Anfang Dezember organisierten „Christmas Parties“. Das obige Bild zeigt eine Gruppe Kinder mit den Betreuern, nach der Geschenkeverteilung durch Nikolaus. Seit Jahren werden die „Christmas-Parties“ in verschiedenen Townships organisiert. Und dabei geht es nicht nur darum, die Kinder zu unterhalten, sondern „sie zu motivieren, bessere Menschen in ihrer Zukunft zu werden“, so Nomsa Mninzi. Folgender Zeitungsausschnitt aus den Vulkani-News zeigt eine Gruppe von Kindern und deren Betreuern mit den Geschenken.

Jedoch wird es immer schwieriger, Spendengelder einzuholen. Der Vertrag mit einem größeren lokalen Industriekonzern ist ausgelaufen und wurde nicht verlängert. Und auch die regionale Regierung von Western Cape senkt seit einiger Zeit die Fördermittel für wohltätige Organisatoren; und „auch in Zukunft werden die Mittel wohl noch weiter gekürzt“, so Mninzi. Gelder, die eigentlich dringend benötigt werden, um permanente Mitarbeiter einzustellen. Aktuell können tolle Programme wie Fußball für Straßenkinder oder PC-Schulungen leider nicht durchgeführt werden, weil die Lehrer bzw. Trainer nicht bezahlt werden können.

Trotz allen Widrigkeiten, die dem Team entgegenstehen, war es beeindruckend zu sehen, dass alle mit Leidenschaft bei der Sache sind und immer alles für das Wohl der Kinder geben. So findet etwa die Suppenküche für Schüler aus der Umgebung, die sonst keine warme Mahlzeit erhalten würden, täglich statt. Oder die ständige Aufklärung von Lehrern und Schülern in Sachen HIV/Aids in den Schulen vor Ort.

Das Team in Elsies River besteht aus ehrenamtlichen Frauen mit großem Herzen, die ihre Kraft ohne ein Cent zu erhalten jeden Tag von morgens bis abends für die Kinder der Townships von Kapstadt einsetzen.

Mit gemischten Gefühlen endete der Besuch. Einerseits bedrückend, dass so viel mehr getan werden könnte, wenn das nötige Geld dafür aufgetrieben werden kann. Andererseits hoffnungsvoll, dass es Menschen gibt, deren Engagement nicht genügend gewürdigt werden kann.

Love Mzantsi fo sho!

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