EM 2012 auf blutigem Rasen?

Seit einiger Zeit mehrten sich auf Facebook die Proteste gegen das massenhafte Töten von Straßenhunden in der Ukraine, die Sponsoren der kommenden Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine zu boykottieren. Und sieht man die Bilder, glaubt man gar nicht, wozu Menschen in der Lage sein können, den Vierbeinern solch einen qualvollen Tod anzutun.

Ist man am Anfang noch ein wenig genervt, denn wo waren diese Proteste in den letzten Jahren? Die Hundetötungen in der Ukraine gibt es schon lange und keiner – außer den Tierschützern – hat sich in der Öffentlichkeit dagegen geäußert. Doch macht das Massenphänomen Facebook in diesem Falle durchaus einen Sinn. Bereits über 80.000 Mitglieder zählt die Gruppe „Stop Killing Dogs – Euro 2012 in Ukraine“. Eine Zahl, die auch die Sponsoren hellhörig werden lassen.

Adidas beispielsweise lehnt solche Grausamkeiten ab und erwartet, die von der Ukrainischen Regierung angekündigten schärferen Kontrollen auch umzusetzen. Außerdem stünden sie laut eigenen Angaben in Kontakt mit dem deutschen Tierschutzbund. Dieser prüft vor Ort die Umsetzung der Maßnahmen.

Den Tierschützern ist dies allerdings nicht weitgehend genug. Sie planen auch außerhalb des Internets Protestaktionen in mehreren deutschen Städten, damit die EM nicht auf „blutigem Rasen“ stattfinden wird. Es ist zu hoffen, dass die Ukraine diesen Gräueltaten Einhalt gebietet. Denn wer mal einen Hund besessen hat oder dies tut oder einfach nur ein Tierfreund ist, weiß, dass Hunde genauso fühlen wie Menschen und das Recht haben, auch genauso behandelt zu werden.

Durban 2011

Am 28. November findet die Weltklimakonferenz auf dem Kontinent statt, der am meisten von den Folgen der Klimaerwärmung betroffen sein wird: Afrika. Schmerzlich jetzt schon an der großen Dürre in Ostafrika zu sehen. Zugleich findet die Konferenz aber auch in dem Land statt, das der größte CO2-Emittent pro Kopf des Kontinents ist: Südafrika.

Im Artikel „Die Beschlüsse der Weltklimakonferenz in Cancún“ berichteten wir über den vor einem Jahr eingegangenen Kompromiss, der dem Klimaschutz nicht wirklich weiterhilft. Eine zentrale Frage gilt es gerade für Afrika auf der kommenden Konferenz zu beantworten: Wie können immer mehr Menschen Zugang zu Energie erlangen, ohne dabei weiter das Klima anzuheizen. Falsche Wege wie etwa die Zerstörung ganzer Landstriche im Nigerdelta durch den Ölkonzern Shell oder den weiteren Ausbau neuer Kohlekraftwerke in Südafrika gilt es entgegenzuwirken.

Der Schlüssel zu einer flächenhaften und bezahlbaren Stromversorgung sind die erneuerbaren Energien. Finanziert etwa mit Geld aus dem Grünen Klimafonds der UNO. Denn ohne Finanzmittel von außen wird es der Kontinent alleine nicht stemmen können, „sich an den Klimawandel anzupassen und seine Wirtschaft ökologisch umzugestalten“ so die südafrikanische Klimakampaignerin Siziwe Khanyile.

Südafrika muss dabei als Beispielland für Afrika vorangehen, genauso wie Deutschland für Europa. Hoffen wir, dass es im Anschluss an die Konferenz nicht schon wieder Nachrichten eines Kompromisses geben wird.

Einziger heimischer Wal in Gefahr

Wer bereits Urlaub auf Sylt gemacht hat, hatte vielleicht am Strand schonmal eine Begegnung mit einem Schweinswal, auch kleiner Tümmler genannt. Denn er mischt sich ab und an unter die badenden Gäste am Strand. Dieses Erlebnis wird allerdings immer seltener, denn er ist bedroht. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN stufte ihn kürzlich als „vom Aussterben bedroht“ ein.

Die meiste Gefahr für die Meeressäuger gehen von den Grund-Stellnetzen aus. Die reißfesten Nylonfasern werden von den Walen nicht gesehen. Sie verheddern sich und ersticken. 2008 wurden laut Angaben von Greenpeace allein in der Ostsee 140 Schweinswal-Kadaver geborgen – jeder zweite war Opfer als Beifang der Fischerei.

Im Jahr 2000 wurde zwar am Sylter Außenriff – eine Kinderstube der Nordsee-Schweinswale – ein Schweinswal Schutzgebiet eingerichtet. Doch auch hier werden die Stellnetze ausgelegt, weil sie nicht verboten sind. Im Gegenteil: Netze werden mit Pingern ausgerüstet, um die Wale aus dem Schutzgebiet zu vertreiben, damit weiter dort gefischt werden kann.

Wir fordern, dass die EU die Fischereipolitik reformiert, um sie nachhaltiger zu gestalten. Die Stellnetzfischerei muss in Natura-2000-Schutzgebieten verboten werden. Zudem sollte nur Fisch aus gesunden Beständen, der mit schonenden Methoden gefangen wurde oder aus nachhaltiger Aquakultur stammt, gekauft werden. Mehr Informationen dazu sind im Artikel „Verantwortungsvoll Fisch essen“ zu finden.