Positives Beispiel ländlicher Entwicklung

Sierra Leone ist vom Bürgerkrieg gezeichnet. Die Bauern produzierten schlechte Qualität und mussten die Ernte weit unter Wert an Zwischenhändler verkaufen. „Jetzt erzeugen sie gute Bio-Qualität und erhalten einen deutlich höheren Preis“ wie Geschäftsführer Mogge von der Organisation Transfair mitteilte. Fair gehandelte Produkte tragen somit bei, dass Menschen dem Kreislauf der Armut entkommen können. Bei rund einer Milliarde Menschen, die unter Hunger leiden, ein dringend benötigtes Instrument.

Ziel der Organisation Transfair ist dabei nicht der Handel mit den Produkten, sondern die nachhaltige Unterstützung benachteiligter Produzentengruppen in Entwicklungsländern. Gerechte Preise, faire, feste Lieferverträge und menschenwürdige Arbeitsbedingungen – wer das umsetzt, erhält das unter den Verbrauchern geschätzte Fairtrade-Siegel.

Zu dem immer weiter wachsenden Sortiment gehören etwa Kaffee, Kakao, Tee, Honig, Bananen und Wein aus rund 80 Ländern. Beim nächsten Einkauf in den mittlerweile 36.000 Verkaufsstellen in Deutschland daran denken.

Heiraten mit gutem Gewissen

Zum Heiraten gehören Ringe. Die meisten werden aus Gold sein. Doch wer denkt an den schönsten Tagen des Lebens schon an soziale oder Umweltstandards, die bei den meisten Goldminen nicht zum Tragen kommen. Umweltgeologe Thomas Siepelmeyer klärte in der ZDF-Sendung Planet E auf, was wir nicht wissen wenn es um das Edelmetall geht, mit dem wir auch gerade in unsicheren Zeiten wie den heutigen wieder verstärkt unser Lebensalter sichern wollen.

Trotz inzwischen teilweise bis zu 3.000 Meter tiefe Schächte in südafrikanischen Goldminen scheint sich die Förderung aufgrund des hohen Goldpreises zu lohnen. Aber für was für einen Preis? Auf etwa eine Tonne Gold kommen laut Siepelmeyer etwa drei tote Bergarbeiter – bei gerade einmal elf Gramm auf einer Tonne Gestein. Alles Geröll und Staub wird anschließend übertage auf Deponien aufgehäuft – Uran, Schwermetalle und Schwefel belasten somit nicht nur die Bergarbeiter, sondern auch die Umwelt.

Die riesigen Deponiehalden reichen teilweise schon bis an die Grenzen der Townships von Johannesburg wie etwa Soweto. Einige Hütten werden sogar auf den Deponien errichtet, weil die Menschen nicht wissen wo sie leben können. Mit Schwermetallen besetzter Staub, der vom Wind in die Häuser geweht wird, wird ungefiltert von den Bewohnern eingeatmet. Zusätzlich bedrohen schmutzige Abwässer aus Minen das Trinkwasser; täglich laut Angaben von ZDF etwa 100 Millionen Liter an unkontrolliertem Abwasser. Seen und Flüsse sind so sehr mit Schwermetallen besetzt, dass sie kein Leben mehr beinhalten und nur noch als höchst toxisch eingestuft werden können.

Selbst mit dem kontaminiertem Staub wird sogar noch versucht, Profit zu machen. Er findet Verwendung in der Bauindustrie und wird zu Ziegeln verarbeitet, die anschließend in neuen Häusern den Weg zu den Menschen finden. Radongas tritt aus den Ziegeln aus und verbreitet so die Radioaktivität unter die Menschen.

Für all diese Folgen haften aber nicht die Betreiber der Goldminen. In den Goldpreis ist eine korrekte Entsorgung der giftigen Substanzen nicht eingerechnet. Leidtragende sind die Menschen in Soweto und alle anderen Menschen im Großraum Johannesburg Pretoria. Sie tragen den Preis des von uns gekauften Goldes mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben.

Deshalb gründete Siepelmeyer eine Initiative für grünes Gold – ökologisch gewonnen und fair gehandelt. Das Gold wird ohne Chemie und giftige Abfälle gewonnen und die Arbeiter erhalten den vollen Weltmarktpreis. Die Kosten liegen dadurch zwar etwas höher, aber ist es uns das nicht bei einem Ring wert, den man ein Leben lang trägt?

„Grüne Fonds“ – ökologische Altersvorsorge

Das Vorhaben vieler Regierungen, aus der Atomenergie auszusteigen kurbelt die Diskussionen um erneuerbare Energien wieder stärker an. Auch ist die ökologische Verantwortung in das Bewusstsein vieler Menschen vorgedrungen. Daher investieren auch viele Verbraucher in ihre Altersvorsorge, zunehmend in sogenannte „grüne Fonds“. Diese galten bisher als die Exoten auf dem Markt. Doch aktuell steigt die Zahl derer, die in die Umwelt investieren. Das Sustainable Business Institute (SBI) hat allein für die erste Jahreshälfte 2009 ein Wachstum von 10 Prozent auf 301 Fonds registriert. Im ersten Halbjahr 2011 sahen die Zahlen sogar noch beeindruckender aus. Für den Anleger stehen mittlerweile mehr als 363 Fonds im „grünen“ Bereich zur Verfügung.

Unterschiede zur „klassischen“ Vorsorge

Im Gegensatz zu einer konservativen Altersvorsorge setzt man mit den ökologischen Fonds besonders auf Kapitalanlagen, in welchen die nachhaltige Komponente einen hohen Stellenwert genießt. Besonders die erneuerbaren Energien stellen eine solche Anlagemöglichkeit dar. Die Nachhaltigkeit solcher Investitionen war bisher eine der „Marktlücken“ im Bereich der Altersvorsorgeprodukte. Durch den aufkommenden Trend immer mehr in diese Energien, wie Solar- oder Windenergie, zu setzen, können auch die Anleger in solchen Fonds erheblich davon profitieren – denn schließlich gilt es, den eigenen Lebensabend finanziell absichern zu können. Die Performanceentwicklung ist dabei besonders interessant. Im letzten halben Jahr schwankte diese zwischen 5 und 22 Prozent.

Sicherheit und Risiko

Die Zahlen des Sustainable Business Institute verdeutlichen, welches Renditenpotenzial in den „Öko-Fonds“ steckt. Doch stellen solche Anlagen auch ein Risiko dar – wie Stiftung Warentest kürzlich berichtete. Im Magazin „Finanztest“ wurden die Erwartungen vieler Anleger gedämpft. Die Renditen würden oft weniger hoch ausfallen, als zu Beginn erwartet wird.

Trotzdem ist das zunehmende Potenzial solcher ökologischen Fonds deutlich zu erkennen. Durch die zunehmenden Investitionen der europäischen Regierungen wird dieser Sektor in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle spielen – auch für die Altersvorsorge.