Freundschaft in heutigen Zeiten

Ihr habt euch mit Sicherheit auch schon des Öfteren gefragt, wie viele Freunde Ihr zu euren wahren Freunden zählen dürft. Und ich rede nicht von den vielen “Adds” in sozialen Netzwerken wie “Wer-kennt-Wen” oder “Facebook”, von denen man wahrscheinlich viele in Natura noch nie gesehen hat und auch nie sehen wird. Reicht ein Klick heutzutage aus, um nicht mehr einsam zu sein? Reicht ein “iLike” Button aus, um sich verstanden zu fühlen? Wer macht sich heute noch die Mühe, Zeit für die Sorgen anderer zu nehmen in einer Zeit, in der es gerade noch reicht, an sich selber zu denken? Was bedeutet heute überhaupt noch Freundschaft?

All diese Fragen stellen sich mir gerade, da ich umgezogen bin und versuche keinen neuen, aber einen zusätzlichen Freundeskreis aufzubauen. Die Umstände haben sich gegenüber früher geändert. Ist man früher dort alt geworden, wo man aufgewachsen ist, so ist es fast normal geworden, dort hin zu gehen, wo man Arbeit findet. Und diese Erfahrung machen immer mehr Menschen in der heutigen Berufswelt. Anders als beim Studium oder in einer Ausbildung ist es als Berufstätiger umso schwieriger, neu anzufangen. Da ich mich als einen recht offenen Menschen bezeichne, habe ich diesen Schritt gewagt. Milde ausgedrückt, es ist ein schwieriges Unterfangen. Dabei kann ich dies eigentlich niemandem Übel nehmen. Ist doch jeder bereits in bestehenden und funktionierenden Freundschaften integriert. Warum dann Neue aufnehmen? Aber ist es nicht gerade im Leben spannend und interessant, durch neue Ideen von neu getroffenen Menschen zu lernen?

Die Globalisierung macht beim Thema Freundschaft nicht halt. In Neuseeland lernte ich zwei Menschen aus Neukaledonien kennen. Eine ist jetzt nach Frankreich gekommen, um zu studieren. Durch die Gespräche mit ihr stellt man sehr schnell fest, dass sie die gleichen Sorgen und Ängste plagen, woanders neu anzufangen. Und plötzlich ist die Welt gar nicht mehr so groß und fremd. Ein guter Aspekt der Globalisierung wie ich finde.

Aber es ist auch unter alten Freunden immer schwieriger geworden, die Beziehung aufrecht zu erhalten. Der Mensch ist ein soziales Wesen und die meisten gehen zugrunde, wenn sie alleine gelassen werden. Ältere Menschen, die in Altersheimen vereinsamen, können ein Lied davon singen. Was machen also die zum Leben notwendigen Freundschaften aus? Ist es das allsonntägliche Treffen zum Fußballspiel? Das gemeinsame Draufmachen am Samstagabend? Ein Geburtstagsanruf? Ein gutes Gespräch bis in die Morgenstunden?

Freundschaft bedeutet für mich, sich alles erzählen zu können. Füreinander da zu sein, gerade wenn man jemanden braucht. Den anderen in seinen Plänen und seinen Träumen unterstützen. Jeder Mensch macht Fehler – gerade deshalb ist es wichtig, den Gegenüber so zu nehmen wie er ist und ihn trotzdem zu mögen. Genauso wichtig ist es, wieder aufeinander zuzugehen, wenn einer dieser Fehler begangen wurde oder ein böses Wort gefallen ist. Sein Ego einmal hinten anstellen. Sich Zeit nehmen, ohne auf Verpflichtungen zu schauen oder eine Gegenleistung zu erwarten; genauso aber auch mal ein nein akzeptieren können. Wenn man sich nicht auch mal die Meinung sagen kann und gleich befürchten muss, dass dies unüberwindbare Gräben erzeugt oder die Freundschaft in Frage gestellt wird, ist es fraglich, ob man dann noch von einer wahren Freundschaft sprechen kann. Lieber direkt und ehrlich, als den Dolch im Rücken spüren. Ein Freund glaubt auch nicht immer gleich alles, was andere über einen erzählen. Dem anderen auch mal ein Lächeln oder eine Umarmung schenken, ohne dass er sein Bedürfnis ausspricht. Und dem anderen glauben, dass er es ehrlich meint, ohne, dass man sich diese Frage überhaupt stellen muss.

Für jeden hat Freundschaft sicherlich eine andere Bedeutung. Jedoch stelle ich in letzter Zeit immer wieder fest, dass nicht mehr die Menschen im Mittelpunkt stehen, sondern das eigene Ego und das Materielle. Viele werden jetzt denken, dass das alles richtige Arbeit ist. Und das stimmt wohl auch. Aber wieviel bekommt man von seinem „Invest“ wieder „Retour“? Das Schöne an einer wahren Freundschaft ist ja, dass alles wieder zurück kommt. Es ist immer ein Geben und Nehmen.

Eine Freundin erzählte mir neulich eine Geschichte. Als sie eines abends dringend zu einer Freundin fahren wollte, sprang ihr Auto nicht an. Sie ist dann zum Nachbarhaus und nachdem sie geklingelt hat, standen da plötzlich drei ganz junge Kinder vor ihr. Diese holten ihren Papa und meinten, “Papa, da draußen steht ne Frau, die Hilfe braucht”. Sie fragte ihn dann nach einem Überbrückungskabel. Er hat keins gefunden und auch die nächste Nachbarin hat ihres nicht gefunden. Am Ende haben sie alle das Auto angeschoben, bis es angesprungen ist. Sie meinte zu mir, dass das mal eine andere Art sei, seine Nachbarschaft kennenzulernen. Die Geschichte soll sagen, dass es nicht immer die ganz großen Gesten sein müssen. Manchmal reicht es, dem anderen nur wissen zu lassen, dass man in der Not für ihn da ist.

Viele werden allerdings auch die Erfahrung gemacht haben, dass es immer zwei Seiten gibt. Und sich fragen, wenn von der anderen Seite nichts zurückkommt, warum soll ich dann immer den ersten Schritt machen? Aber wenn jeder so denkt und seinen Stolz vor allem stellt, wird sich nie etwas ändern. Vielleicht denkt der eine oder andere heute darüber nach, sich nach längerer Zeit mal wieder bei einem Freund zu melden, was er schon so lange vorhatte, aber immer Wichtigeres vorgeschoben hat. Ein Telefonat kostet nicht viel und er hat ein Stück weit dazu beigetragen, die Welt ein bischen besser zu machen.

Weltweit größte Solarfachmesse

Photovoltaik - die Natur als Vorbild Zwischen dem 8. und 10. Juni findet in München die interSolar Europe statt. An drei Tagen stellen die weltweit wichtigsten Hersteller, Zulieferer, Handels- und Dienstleistungsunternehmen ihre neuesten Entwicklungen und technischen Innovationen vor. Wer online Karten bestellt, spart sowohl für Dauer- als auch Tageskarten 10 Euro. Weitere Informationen unter “Intersolar Europe”.

Mehr Qualität für unser Essen

Landwirtschaft Lebensmittelskandale wie BSE, Schweinepest oder Dioxin aufgrund der Massentierhaltung und dem Billigfuttereinsatz steigern nicht gerade das Vertrauen in unsere Landwirtschaft. Wie aber ist dieses Vertrauen wieder zurück zu gewinnen? Ein von den hessischen Grünen vorgestelltes Agrarkonzept könnte den Weg aufzeigen.

Danach sollen bis zum Jahr 2020 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch genutzt werden – doppelt so viel wie jetzt. Folgende Punkte greift das Konzept auf, welches durchaus auch für andere Bundesländer als Beispiel dienen kann:

– keine weitere Förderung der zunehmenden Intensivtierhaltung
– im Gegenzug erhalten konventionelle Landwirtschaftsbetriebe Angebote für artgerechtere Tierhaltung, um weiter faire Preise zu ermöglichen
– weniger Medikamenteneinsatz
– mehr Transparenz durch klarere Kennzeichnung: die Art der Tierhaltung soll auf den ersten Blick erkennbar sein; beim Fleisch ähnlich wie bereits bei Eiern existierend (Boden- oder Freilandhaltung)
– Entwicklung einer freiwilligen Kennzeichnung für Qualitätsfleisch
– Nahrungsmittelproduktion hat Vorrang vor Bioenergie
– keine Förderung von Monokulturen (Bsp. Anbau von Energiemais)
– Förderung nur noch für Anlagen, die Lebensmittel- oder Landwirtschaftsabfälle für die Energieerzeugung verwenden

Abschließend bleibt die Frage zu beantworten, ob wir Verbraucher auch bereit sind, mehr Geld zu bezahlen. Wir denken, dass gerade bei Lebensmitteln der Wille da ist, mehr Geld auszugeben, wenn man als Gegenleistung ein gutes und sicheres Gefühl an Qualität erhält. Jedoch werden sozial Schwächere davon nicht profitieren können. Einem Hartz-IV Empfänger beispielsweise ist es sicherlich nicht egal, ob die Preise steigen werden.

Bionik: Plagiate mal ganz anders

Bionik beschäftigt sich mit den Prinzipien von Naturprozessen, um sie für die Menschheit nutzbar zu machen. Es ist auch kein Wunder, haben Pflanzen und Tiere doch einen Millionen Jahre andauernden Evolutions- und Verbesserungsprozess durchlaufen. Es wäre fahrlässig, dieses Wissen nicht zu nutzen. Immer mehr und neue Studiengänge an den Universitäten verdeutlichen das gestiegene Interesse an der Thematik.

Anwendungsgebiete sind vor allem die Technik und die Produktentwicklung. Bereits die Form der ersten deutschen U-Boote etwa ist Hechten abgeschaut worden. Aber seit Neuestem profitieren auch immer wieder Prozesse in der Wirtschaft und in Managementbereichen davon.

Folgende nicht abschließende Übersicht fasst die Prinzipien aus der Natur und deren Anwendung zusammen, wie sie von Sabine Meinert in ihrem Artikel in der Financial Times beschrieben wurden. Es soll den Lesern ein Gefühl geben, was wir von der Natur alles gelernt haben und wieviel Potenzial noch darin steckt, aber wir noch nicht entdeckt haben. Auch einige negative Beispiele sollten wir uns unbedingt genauer ansehen, wie das Beispiel der Dinosaurier zeigt.

– Termitenlehmbauten sind so ausgerichtet, dass sie morgens von der Sonne aufgewärmt, mittags aber nicht voll erfasst werden: Temperaturregelung von Häusern.
– Fein angeraute Oberfläche der Lotuspflanzen verhindert Haftenbleiben von Partikel: Schmutz abweisende Oberflächen.
– Schwingen von Vögel: Flugzeugbau.
– Klette: Klettverschluss.
– Blüten-Lockstoffe: Werbeangebote.
– Einrollende Farnblätter: Besserer Schutz von Passagieren bei Fahrzeugcrashs.
– Flügelform von Seeschwalben: Anpassung von Windrädern.
– Reibungsarme Haut von Sandfischen: Geringe Reibungswerte auf Stahl.
– Haftprinzip von Echsenfüßen: Haftung im Maschinenbau.
– Haftprinzip von Haifischhaut: Anwendung an Schiffsrümpfen.
– Im Gegensatz zu den Dinosauriern, die zu viele Ressourcen verbrauchten und keine innovativen Konzepte vorwiesen, überlebten anpassungsfähige Säugetiere: Überleben in Krisenzeiten.

Die Forschung konzentriert sich immer mehr, das Potenzial der Schwarmintelligenz zu nutzen:

– Fische entdecken beispielsweise einen Räuber umso schneller, je mehr sich in einem Schwarm zusammenschließen: Verbesserte Kommunikation innerhalb einer Gruppe („Führen ohne Sprache“/„Schnellere und klügere Entscheidungen durch Einbeziehung der Mitarbeiter“/Abzeichnung von Trends werden erkannt).
– Ameisen umgehen ein schwer überwindbares Hindernis in kürzester Zeit ohne Entscheidung durch einen Führer: Lösung kleinerer Probleme von Unternehmen durch die Mitarbeiter.

Dies bedeutet allerdings nicht, die „Chefs abzuschaffen“. Vielmehr bedeutet es, bisher ungenutzte Kompetenzen der Belegschaft zusammen zu legen und für das Unternehmen zu nutzen. Allerdings versagt Schwarmintelligenz dort, „wo es dem Einzelnen nicht möglich ist, die Lage realistisch einzuschätzen“, so Verhaltensbiologe Krause von der Humboldt-Universität. Dies müsse von den Unternehmen mitberücksichtigt werden.

Bald keine Tiger mehr?

Tigergipfel Tiger sind die größten Raubkatzen der Welt – und wunderschön. Es ist unvorstellbar, dass diese herrlichen Tiere bald nicht mehr existieren könnten. Tiger brauchen viel Platz. 97 Prozent ihres ehemaligen Einzugsgebietes sind jedoch verloren gegangen und sie mussten in immer kleinere inselhafte Rückzugsgebiete am Fuße des Himalaja.

In diesen kleinen Gebieten sind die Tiger leichte Beute für Wilderer. Eine Lösung – neben den im Artikel “Internationaler Tigergipfel” bereits Vorgestellten – ist, diese Inselgebiete miteinander zu verbinden. Damit hätten Tiger nicht nur mehr Platz, sondern es könnten sich auch Mitglieder von verschiedenen Familien paaren.

Herzstück dieses größeren Schutzgebietes würde Bhutan sein. Bhutan ist jedoch ein Land im Hochgebirge. Dazu muss gesichert sein, dass Tiger auch in diesen Höhen überleben können. Dazu machte sich ein internationales Team um Artenschützer Alan Rabinowitz auf den Weg, um den Beweis zu erbringen, dass sich die Tiere bereits an die Höhen angepasst haben. Und sie haben sich angepasst, wie folgendes Video zeigt:

Es besteht also Hoffnung, dass das Vorhaben erfolgreich werden kann. Viel Zeit bleibt ihnen nicht. In 20 Jahren könnten Tiger von der Bildfläche verschwunden sein. Zeit, die auch Alan Rabinowitz nicht mehr bleibt, sein Vorhaben umzusetzen – er leidet an unheilbarer Leukämie. Menschen wie ihm gebührt unser höchster Respekt.