Haiti darf nicht vergessen werden

Haiti darf nicht vergessen werden

Die Bilder sind schon fast wieder aus dem Gedächtnis verschwunden. Am 12. Januar bebte vor über einem Jahr die Erde auf Haiti und bis zu 220.000 Menschen fanden den Tot.

„Mut heißt, zu bleiben, auch wenn die Medien verschwinden.“ So heißt ein Spruch von Misereor. Unter welchen Bedingungen müssen die Menschen nach über einem Jahr des Wiederaufbaus leben und mit welchen schwierigen Arbeitsbedingungen haben die dagebliebenen Helfer zu kämpfen? Was muss weiterhin getan werden, damit den Menschen wieder Hoffnung gegeben wird?

Etwa eine Millionen Menschen müssen immer noch in Notunterkünften leben und die Aufbauarbeiten beispielsweise kommen nur schleppend voran. Gründe dafür gibt es Viele. Lesen Sie hierzu aber den ausführlichen Artikel auf “Das soziale Dorf”.

Die Bilder wurden von “Haitibrauchtdich” bereitgestellt. Sie zeigen die Zerstörung des Hauses der Familie Duclervil, die leider auch den Tod von Familienmitgliedern zu beklagen haben. Unsere Gedanken sind mit Ihnen.

Schiffsverkehr dreckiger als Luftverkehr

Wissenschaftler vom Institut für Physik der Atmosphäre des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen untersuchten den Einfluss der internationalen Schifffahrt auf die Atmosphäre und das Klima. Die Ergebnisse des SeaKlim-Abschlussberichtes sind unter DLR SeaKlim abzurufen. Danach verschmutzen Schiffe die Luft mehr als der Luftverkehr. Zwar liegen die CO2-Emissionen in beiden Bereichen gleich auf; jedoch liegen die Schifffahrtswerte für Stickoxide zehnfach und für Schwefeldioxid sogar hundertfach höher als im Luftverkehr.

Verstrahltes Sushi

Erhöhte Werte in Japan’s Nahrung und im Grundwasser, so die Weltgesundheitsorganisation WHO. Belastete Produkte aus der Region wie Milch, Spinat und andere Gemüsesorten dürfen nicht mehr verkauft werden. Die Verbraucher sollen zudem beim Kauf auf die Herkunft von Produkten achten. Leitungswasser darf von der ansässigen Bevölkerung nicht mehr konsumiert werden, da erhöhte Werte an radioaktivem Jod gemessen wurden, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtete.

Dies kann auch Konsequenzen in Europa haben. Die radioaktiven Teilchen, die sich über das Meer verteilen, können irgendwann von den Fischen aufgenommen werden, sich anreichern und so laut Strahlenbiologe Edmund Lengfelder in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau über die Nahrungskette wieder zum Menschen gelangen.

Informationsquellen für eine bessere Katastrophenhilfe

Die Menschen um Fukushima herum müssen in ihren Wohnungen bleiben. Damit das Netz nicht überlasstet wird, soll man möglichst auf das Telefon verzichten. Somit sind E-Mail, Twitter, Youtube und Facebook die Kommunikationsmittel Nummer 1, um sich vor allem über die aktuellen Messwerte der Radioaktivität in der Umgebung, die Gesundheits- und Ernährungslage zu informieren. Dabei finden sich auch nützliche Dienste etwa für eine bessere Koordination von Hilfsaktionen – nicht nur für Japan geeignet. Wir stellen einmal die wichtigsten Quellen wie in den VDI Nachrichten zu lesen zusammen:

• „Person Finder“: Hilfe bei der Suche vermisster Personen.
“Person Finder”
• „Crisis Commons“: Zusammenfügung aller öffentlichen Daten wie etwa Twitter-Nutzer, um Katastrophenhilfe besser koordinieren zu können.
“Crisis Commons”
• „Krisenkarte“ Japan: Hier werden etwa Informationen über den Zustand von Straßen und anderen Transportwegen in einer Karte zusammengetragen.
“Krisenkarte”
• „Ushahidi-Daten“: In Kenia gegründeter Dienst, um die Koordination von Hilfsaktionen vor Ort besser bewältigen zu können.
“Ushahidi”
• „Global Voices“: eine internationale Plattform für Blogger, die über die Situation vor Ort berichten.
“Global Voices”

Die Gefahren einer radioaktiven Strahlenwolke

Die Angst in Japan ist groß, dass sowohl die Umwelt, als auch die darin lebenden Tiere und Menschen radioaktiv verseucht werden. Noch ist die Gefahr nicht gebannt. Sollte es gelingen, die Stromzufuhr und somit den Kühlkreislauf wieder aufrecht zu erhalten, um eine Kernschmelze zu verhindern, können die Ingenieure zu Recht als Helden gefeiert werden. Sollte es nicht gelingen, so lautet die Frage, welche Gefahren eine freigesetzte Strahlenwolke mit sich bringt. Einen kurzen Überblick über die Strahlen, deren Gefahren und wie man sich theoretisch davor schützen kann, soll hier einmal dargestellt werden.

Unterschieden wird zwischen der aggressiven Alphastrahlung und der Gammastrahlung. Alphastrahlung wirkt über kurze Distanzen beim Einatmen oder bei der Aufnahme über die Nahrung. Gammastrahlen wirken über große Distanzen, dringen durch die Haut und schädigen die Organe oftmals erst nach langer Zeit.

Strahlung ist deshalb so gefährlich, da sie – vereinfacht ausgedrückt – aus Atomen oder Molekülen Elektronen herausschlägt. Somit können Zellen absterben oder sich zu einer Krebszelle entwickeln. Der körpereigene Reparaturmechanismus kann die alltägliche Strahlung oder etwa die medizinische Röntgenstrahlung abfangen. Wie gut, hängt von der Dosis ab. Ab einer Dosis von etwa 0,2 Sievert – vergleichbar mit einer zehnfachen Röntgenstrahlungsdosis auf die gleiche Stelle – entsteht nach Angaben von WeltOnline unweigerlich Krebs.

Die akute Strahlenkrankheit tritt nach einer kurzfristigen Strahlendosis von über 0,25 Sivert vor allem durch das Radionuklid Plutonium-239 auf: die Symptome sind Müdigkeit, Erbrechen, Übelkeit, Kopfschmerzen und teilweise Verbrennungen und Vernichtung von Stammzellen. Der Tot innerhalb kürzester Zeit kann die Folge sein. Weniger stark verstrahlte Menschen müssen zwar nicht unbedingt sterben, können jedoch bis zu ein Leben lang unter Appetitlosigkeit, Müdigkeit und ein schwaches Immunsystem leiden. Werden die Zellen vor allem durch die Radionuklide Cäsium-137 und Strontium-90 im Knochenmark beschädigt, so entsteht Blutkrebs oder auch Knochenkrebs.

Kann man sich überhaupt schützen? Vor der aggressiven Alphastrahlung wie etwa Plutonium-239 kann bereits ein dicker Pullover über der Haut die Wirkung etwas mindern. Gegen das radioaktive Jod-131 kann die Einnahme von Jodtabletten helfen. Unsere Schilddrüse braucht von außen zugeführtes Jod, um lebenswichtige Hormone zu produzieren. Wird sie also nun durch die Jodtabletten bereits gesättigt, nimmt sie kein gefährliches Jod-131 mehr aus der Luft auf, welches über den Urin wieder ausgeschieden wird. Jodtabletten helfen aber leider nicht gegen andere radioaktive Stoffe. Die beste Abwehr gegen die Folgen radioaktiver Strahlung ist immer noch die Vermeidung der Ursache. Also: Nein zu Atomkraft!