„Act2gether“ in Südafrika

Heute möchte ich über ein Projekt in eigener Sache berichten, warum folgendes Projekt angegangen werden sollte, was zu tun ist und wer die Begünstigten sein werden.

Vor etwa acht Jahren absolvierte ich ein Praktikum zusammen mit meiner damaligen Freundin in Kapstadt. Ich arbeitete an Umweltprojekten und sie in einer Organisation namens „Boys Town“ (heute bekannt unter „Girls & Boys Town“). Die Geschichten der Kinder von der Straße haben mich zum einen sehr bewegt: Kinder, die nur Gewalt in der Familie kennen, keine soziale Liebe erfahren, Niemandem ihr Vertrauen schenken und teilweise lieber auf der Straße leben, weil sie sich da geborgen fühlen. Zum anderen hatte ich aber auch ein gutes Gefühl, dass es lokale Organisationen gibt, die sich um die teils traumatisierten Kinder kümmern, ihnen Übernachtungsmöglichkeiten, schulische Bildung und psychologische Betreuung geben. All dies verursacht natürlich laufende Kosten, die zum größten Teil durch Spenden gedeckt werden.

Ich arbeitete anschließend in einer größeren Organisation im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und sah, dass nicht alles Geld immer da ankommt, wo es wirklich gebraucht wird. Meiner Meinung nach, ist es wichtig, gerade kleinere lokale Organisationen zu unterstützen, da sie den direkten Draht zu den Kindern haben und wissen, was wo gebraucht wird. Leider werden sie in der Öffentlichkeit nicht so wahr genommen. Erneut in Kapstadt traf ich vor etwa vier Jahren Monika Galla, die sich seitdem für lokale Organisationen in Kapstadt engagierte. Wir werden unser Engagement mit weiteren Mitstreitern aus den USA, den Niederlanden, Südafrika und Deutschland zusammen bringen und ab dem 24.11. ein gemeinsames Projekt starten.

Dazu werden Spendengelder gesammelt, um dieses dann persönlich nach Kapstadt zu bringen. Somit kommt das Geld zu hundert Prozent dort an, wo es gebraucht wird. Es können jedem Spender von der begünstigten Organisation Quittungen ausgestellt werden. Das Geld soll aber nicht in Scheinen übergeben werden. Es werden vor Ort Südafrikanische Produkte gekauft, die nachhaltig benötigt werden: etwa Schulbücher, Fußbälle, Trikots oder Küchenutensilien. Es werden nur Produkte gekauft, die benötigt werden, da wir im ständigen Austausch mit den lokalen Organisationen stehen. Und es wird gleichzeitig die regionale Wirtschaft begünstigt, da nur vor Ort produzierte Güter gekauft werden.

Die begünstigte Organisation ist in diesem Fall Life Community Welfare (LCW). LCW ist eine 1991 gegründete Non-Profit-Organisation und engagiert sich um soziale Projekte für Kinder in den Townships Kayelitsha und Elsies River von Kapstadt. Kayelitsha ist das zweitgrößte und das am schnellsten wachsende Township in Südafrika. Der Name Kayelitsha bedeutet „Neues Zuhause“ auf Xhosa. Es wurde 1983 während der Apartheid errichtet. Der Fokus von LCW liegt in den Gebieten „Makhaza” und “Site B“, die beide mit den Problemen in Form von Kriminalität, Gewalt, Drogen, Alkohol und Unterernährung zu kämpfen haben. In Elsies River hat man mit einer besonders hohen Rate an Arbeitslosigkeit, Tuberkulose und Drogenabhängigkeit zu Methamphetaminen zu kämpfen.

Ziel von LCW ist eine saubere und sichere Umwelt, in der die in Armut geborenen Kindern lernen, spielen und aufwachsen können, um später selber etwa zu Erziehern zu werden. Einige Projekte, die mit den Spendengeldern unterstützt werden, sollen hier einmal kurz erwähnt werden:

Computer-Kurse: Kindern werden PC-Fertigkeiten beigebracht, um sie auf das Berufsleben vorzubereiten.
Suppenküche und Essensvergabe: In den eigens errichteten Suppenküchen werden Kindern täglich warme und nahrhafte Mahlzeiten serviert.

Verkauf von Handwerksgegenständen: Jugendliche können nach der Schule handwerkliche Gegenstände selber basteln und anschließend an Touristen verkaufen. Das erwirtschaftete Geld kommt wieder neuen Materialien oder anderen Projekten der Organisation zugute.
Fußball: hier werden Jugendliche motiviert, sich in einer Gruppe zu engagieren und bleiben gleichzeitig den Gangs und somit Drogen, Alkohol und Gewalt fern.

Gesangschor: Kinder werden innerhalb des Chores ermutigt, ihre Liebe zur Musik weiter zu entwickeln. Auftritte in der Gemeinde runden das Programm ab.
Jährliche Weihnachtsfeier: Seit 2002 wird dieses Event jedes Jahr für Kinder, die in Armut leben und Gewalt erfahren haben, veranstaltet. Einen ganzen Tag lang wird Weihnachten mit Unterhaltung, Geschenken und Essen gefeiert. Dieses Jahr sollen 3000 Kinder beschenkt werden – so viele wie noch nie. Ziel ist es, den Kindern einen Tag ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten und ein wenig Selbstwertgefühl zu geben. Aktuell wurden Spenden für die diesjährigen Weihnachtsfeiern gesammelt. Die erste Feier findet am 08.12. in Elsies River statt, dann am 11.12. in Kayelitsha, am 18.12. in Langa und die letzte am 25.12. im Eastern Cape. Das Fundraising Team und die Mitglieder von LCW bedanken sich ganz herzlich bei allen Spendern!

Am 20.11. war internationaler Tag der Kinderrechte. Allen Helfern ist gemein, dass ihnen das Wohl der Kinder sehr am Herzen liegt. Wer bei dieser Aktion aktiv mitmachen möchte, ist herzlich willkommen und meldet sich am besten direkt bei mir.

Radikales Umdenken zur Lösung der globalen Probleme nötig

Zu viele CO2-Emissionen, die das Klima schädigen, immer weniger Ressourcen und die Industrialisierung von Entwicklungsländern – globale Probleme, die bekannt sind. Geht es nach der ETH in Zürich liegt die Lösung in einer „2000-Watt-Gesellschaft“. Mit 2.000 Watt könne danach jeder Mensch auf unserem Planeten auskommen, egal, ob er in Nordamerika oder in Afrika wohnt. Dafür sind aber radikale Einschnitte im Lebensstil der Industrienationen in allen Bereichen wie Stromerzeugung, Wohnen, Mobilität oder Konsum nötig. Nähere Informationen zum Projekt sind unter 2000Watt zu finden.

2006 sah der Energiebedarf pro Kopf in ausgewählten Ländern nach Angaben von Spiegel online wie folgt aus. Hierbei sind alle Energieformen wie Heizung, Strom, Spritverbräuche von Autofahrten oder Flugreisen mit ein berechnet, in Wattstunden umgerechnet und aufs Jahr addiert.

• Uganda: 40 Watt
• Haiti: 106 Watt
• Indien: 532 Watt
• China: 1.879 Watt
• Deutschland: knappe 6.000 Watt
• USA: 11.000 Watt

Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft ist es, den Energiebedarf mit 2.000 Watt pro Kopf an Dauerleistung gerecht zu verteilen und damit einen CO2-Ausstoß pro Kopf und Jahr von 1 t CO2eq zu erreichen. Auch nach dem ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung aus Heidelberg ist dies Ziel machbar. Dafür muss in folgenden Bereichen investiert und teilweise verzichtet werden wie es in einem Szenario vom ifeu-Institut heißt:

• Wohnen: Hier liegt das größte Einsparpotenzial. Wärmedämmung, Einbau moderner Fenster und Verzicht auf das eigene Heim, da Einfamilienhäuser mehr Energie verbrauchen als Mehrfamilienhäuser.
• Mobilität: Stadt der kurzen Wege, Benutzung des Fahrrads, Car-Sharing, Pendlerei vermeiden, Verzicht auf eigenes Auto sowie häufige Flugreisen.
• Ernährung: Fleischkonsum einschränken und beim Kauf auf lokal angebaute und produzierte Lebensmittel achten.
• Konsum: Beim Kauf von Produkten auf deren Langlebigkeit achten.
• Energiebereitstellung: Umstellung der Stromerzeugung komplett auf erneuerbare Energien. In auszubauende Netze und dezentrale Kraftwerke sind allerdings sehr hohe Investitionen nötig.

Konzepte zur Lösung der globalen Probleme liegen also bereits vor. Ob aber beispielsweise der Deutsche dazu zu bewegen ist, auf sein Auto zu verzichten oder der Amerikaner weniger Burger zu sich nimmt, bedarf zusätzlicher enormer Aufklärungsarbeit. Als Gegenleistung erhalten wir aber einen Planeten mit einer intakten Umwelt auch für unsere Kinder und Kindeskinder. Tragen wir also alle einen kleinen Schritt dazu bei.

Macht euren Blog CO2-neutral!

Gutscheine und Coupons - CO2 neutral

Wird eine Seite im Internet aufgerufen, verbraucht das laut Dr. Alexander Wissner-Gross etwa 0,02 g CO2, was auf den Stromverbrauch der Rechner, der Server und der entsprechenden Kühlung zurückzuführen ist. Bei etwa 15.000 monatlichen Seitenaufrufen entspricht dies einem CO2-Ausstoß von 3,6 kg im Jahr.

Die Aktion Mein Blog ist CO2-neutral von Mach’s grün gibt den Blog-Nutzern die Möglichkeit, den CO2-Ausstoß des Blogs zu neutralisieren, indem ein Baum gepflanzt wird.

„Mach’s grün“ geht davon aus, dass ein Baum jährlich etwa 5 kg CO2 absorbieren kann. Ein Wert der weit unterhalb der Rechnung der „United Nations Framework Convention on Climate Change“ (UNFCCC) mit 10 kg CO2-Absorption pro Baum und Jahr liegt. Nach obiger Rechnung produziert Planet4Life aktuell noch einen CO2-Ausstoß von etwa 0,2 kg im Jahr. Auch wenn die Tendenz steigend ist, somit ist unser Blog ausreichend durch die Pflanzung eines Baumes als CO2-neutral einzustufen.

Je ein Baum wird von dem Kooperationspartner I Plant a Tree für die ersten 750 teilnehmenden Blogs gepflanzt. Laut eigenen Angaben konnten bereits 450 Bergahorne in dem vom Sturm Kyrill 2007 schwer getroffenen Gebiet des Oberharzes gepflanzt werden.

Mit Mikro-Blockheizkraftwerken (BHKW) zum Selbstversorger

Wenn in einer Anlage gleichzeitig Wärme und Strom genutzt wird, spricht man von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Blockheizkraftwerke (BHKW) sind Kleinanlagen, deren Generator beispielsweise durch einen Biogasmotor angetrieben wird. Die beim Verbrennungsmotor entstehende Abwärme der Abgase kann mit Hilfe eines Abgaswärmetauschers in Wärme umgewandelt werden. Diese wird vor allem für Raumheizungen und Warmwasseraufbereitungen genutzt. Die gewonnene mechanische Energie wird in der Regel direkt in Strom umgewandelt und beispielsweise in Wärmepumpen und Leichtelektrofahrzeugen genutzt. Da die Abwärme bei der Stromerzeugung in den Heizkreislauf fließt, ist der Wirkungsgrad mit bis zu 90% von Blockheizkraftwerken erheblich größer als bei der herkömmlichen Stromerzeugung mittels Generator.

Folgende volkswirtschaftliche Gründe sprechen laut Roland Berger Strategy Consultants für die Mikro-BHKWs:
• Durch den hohen Wirkungsgrad sinkt der Verbrauch fossiler Energieträger. (Eigene Anmerkung: der Verbrauch fällt komplett weg bei einem BHKW auf Biogasbasis).
• Vermeidung von Übertragungsverlusten im Stromnetz durch die lokale Erzeugung.
• CO2-Ausstoß sinkt im Vergleich zur zentralen Erzeugung.
• Privater Anwender wird unabhängig vom Energieversorgungsunternehmen.

Aber ist diese Art der dezentralen Energieerzeugung auch für den privaten Haushalt sinnvoll, da die Anschaffungs- und Wartungskosten relativ hoch sind? Nach Angaben von Roland Berger Strategy Consultants „zahlen sich Mikro-Blockheizkraftwerke für private Anwender schon nach wenigen Jahren aus“. Im Vergleich zu einer neu anzuschaffenden Ölheizung für ein Einfamilienhaus könne sich ein neues Mikro-BHKW schon nach vier Jahren amortisieren. Da sich die Entwicklung der Mikro-BHKWs noch am Anfang befindet, lassen sich zukünftig sogar noch bessere Wirtschaftlichkeiten erwarten.

Noch hat sich die Technologie allerdings nicht durchgesetzt. Dies liegt zum einen daran, dass die Förderung noch einfacher und transparenter strukturiert werden müsse. Zum anderen an der großen Konkurrenz auf dem Markt in Form der Kombination aus Solarthermie und Wärmepumpe. Auf jeden Fall ist die Beratung eines Fachexperten in Anspruch zu nehmen, der die Basis für die richtige Wahl liefert.

Marktchance Kleinwindenergieanlagen?

Kleine Windenergieanlagen können vielseitig eingesetzt werden: mobile Batterielader mit nur ein paar hundert Watt Leistung, Netzeinspeisende Anlagen mit ein paar Kilowatt, Gebäudeintegrierte Anlagen oder Anlagen für landwirtschaftliche Betriebe von etwa 30 Kilowatt, um den Eigenbedarf zu decken.

Bisher haben sich die kleinen Windenergieanlagen auf dem deutschen Markt allerdings noch nicht so richtig durchsetzen können. Dies liegt unter anderem an der nicht ganz einfachen Standortwahl. In der Regel sind diese Anlagen an die Verbrauchernähe gebunden. In Deutschland ist das Potenzial an windreichen Standorten in niedriger Höhe eher gering. Gebäude und Vegetation verwirbeln und bremsen die bodennahe Anströmung ab. Bei der Planung solcher Anlagen wird die zu erwartende Windgeschwindigkeit und damit der Ertrag oftmals höher eingeschätzt, als er dann in der Praxis vorherrscht, so das Ergebnis einer Umfrage des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES). Dies führt als Konsequenz zu unzufriedenen Nutzern.

Leider sind die strukturpolitischen Voraussetzungen in Deutschland für kleine Windenergieanlagen nicht die besten. Es fehlt an unabhängigen Tests und Typenprüfungen zur Qualitätskontrolle vorhandener Anlagen. Zudem gibt es keine Förderungen in Form von Einspeisevergütungen wie es sie beispielsweise in Großbritannien oder Portugal gibt, um so die Wirtschaftlichkeit kleiner Anlagen zu gewährleisten.

Kann sich die Technik aber in Deutschland nicht bewähren, verpasst man vielleicht die Chance, die Exportpotenziale in Schwellenländer zu erschließen. Denn diese sind laut IWES gegeben, vor allem im Bereich der Stromversorgung entlegener Mobilfunktürme oder der Elektrifizierung ländlicher Regionen.