Biologische Vielfalt

Vom Bundesumweltministerium derzeit kostenlos zum herunterladen.

Darin geht es um den Wert der biologischen Vielfalt und unter welchen Bedrohungen sie steht.

Aktuell werden die Vorteile auf der  UN-Naturschutzkonferenz in Japan vorgestellt.

Beispielsweise wird die Vielfalt der Pflanzen und Tiere darin als notwendiger Schutz vor den Problemen bei Monokulturanbau erläutert.

Jedes Jahr werden neue Arten von Tieren und Pflanzen entdeckt. Viele von den uns bekannten sterben aber aus. Wie derzeit im Kino zu sehen ist existieren derzeit gerade noch 3500 Tiger in freier Wildbahn. Die warnenden Fakten: Von den derzeit geschätzten 1,8 Millionen Spezies nimmt die Artenvielfalt immer schneller ab. Heute sterben mehr Arten als neue entdeckt werden. Allein die Aussterberate bei Vögeln und Säugetieren stieg von Faktor 100 auf nun mehr als 1000 an.

Doch auch die Neugier auf bisher Unbekanntes soll mit der Broschüre geweckt werden. Welcher Forscher will nicht das Heilmittel gegen Krankheiten wie Krebs finden. Die Fähigkeit Krankheiten zu heilen macht Pflanzen für uns unerlässlich. Allein die Hälfte der derzeit in Deutschland erhältlichen Medikamente basiert auf unseren Pflanzen.

Berauben wir uns durch das leichtsinnige Handeln die Vielfalt der Pflanzen, wird uns vielleicht irgendwann das richtige Medikament fehlen.

Die Kosten des Naturverlustes beziffert

Das Ziel, bis zum Jahr 2010 den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen, wurde nicht erreicht. Am 20.10.2010 wurde jetzt auf der UN-Artenschutzkonferenz in Japan die vom UN-Umweltprogramm unterstützte TEEB-Studie (The Economics of Ecosystems and Biodiversity TEEB-Studie Zusammenfassung) vorgestellt. Zusammengefasst würde es die Menschheit jährlich Billionen Dollar kosten, wenn die Naturzerstörung ungebremst weiter geht.

Die Studie gibt Ökosystemen einen konkreten Wert. Die Bestäubungsleistung der Insekten wird auf etwa 153 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Die Gewinne aus Einkommen und Nahrung durch Korallenriffe wird auf bis zu 172 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt. Der Leiter der Studie Pavan Sukhdev geht davon aus, dass der Naturverlust nicht nur heutige und künftige Generationen trifft, sondern auch zu einer weiteren Verarmung der Armen in den Entwicklungsländern führt. Die Staaten werden deshalb in dem Bericht aufgefordert, diese Werte bei volkswirtschaftlichen Rechnungen einzubeziehen, zu veröffentlichen und Verursacher und Nutznießer gleichermaßen dafür haftbar zu machen.

Die TEEB-Studie greift aber auch positive Beispiele auf. So existiert in Mexiko bereits ein System zur Anrechnung von Leistungen eines Ökosystems; gleichzeitig soll sich die Abholzungsrate nach sieben Jahren halbiert haben. Solche Beispiele sind die ersten Schritte – Weitere müssen folgen. 20 Punkte sollen am Ende der Konferenz als Maßnahmen-Plan erarbeitet werden. Schwerpunkte werden zum einen die Artenvielfalt sein. Zum anderen aber auch die gerechte Verteilung der Erlöse aus biologischen Wirkstoffen – also neben den Pharmakonzernen soll auch die Bevölkerung des Ursprunglandes der Pflanze profitieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erweiterung der Schutzgebiete auf 15 Prozent der Land- und auf 30 Prozent der Meeresteile, damit weiterhin eine ausgewogene Reproduktion natürlicher Rohstoffe gewährleistet sei. Zwar müsse man dafür zunächst 33 Milliarden Euro investieren, erhalte aber als Gegenleistung einen Wert von 3,2 bis 3,6 Billionen Euro. Knallharte ökonomische Fakten, die jeder Investor unterschreiben würde.

Und da es letztendlich ums Geld geht, ist zu hoffen, dass sich die Staatengemeinschaft – auch ohne die USA, die die Konferenz ablehnen – zu einer großen Initiative für den Artenschutz einigen kann. Gehandelt werden muss jetzt: Denn laut der „International Union for Conservation of Natur“ (IUCN Rote Liste) droht der Erde das größte Artensterben nach dem Aussterben der Dinosaurier. Danach sind knapp ein Viertel der Säugetiere, ein Drittel der Amphibien, mehr als jede achte Vogelart und mehr als jede fünfte Pflanzenart vom Aussterben bedroht. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Artenschutz-Konferenz.

Pro und contra der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken – Diskutier mit!

Die Regierung einigte sich auf längere Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke. Die Kritiker sehen darin einen „Kniefall vor den Stromkonzernen“. Was aber sind eigentlich die Argumente für oder gegen die Atomenergie? Wir haben hier einmal kurz die wichtigsten Argumente der Befürworter und der Kritiker zusammengetragen. Aber vor allem interessiert uns Eure Meinung zu diesem aktuellen Thema.

Pro
1. Atomkraft als Klimaschützer
Bernd Arts, Sprecher des deutschen Atomforums, meint, dass in Deutschland durch die Kernenergie jährlich etwa 150 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

2. Rückgrat der deutschen Stromversorgung
Etwa 50 Prozent der Grundlast werden in Deutschland durch Atomenergie gedeckt. Werden die Atomkraftwerke ausgeschaltet, müsse man den Strom aus dem Ausland importieren, so Arts.

3. Atomkraftwerke sind sicher
Seit Tschernobyl im Jahre 1986 gab es keinen vergleichbaren Unfall mehr.

4. Keine Alternative zu Atomkraft
Erneuerbare Energien sind unzuverlässig in der Versorgungssicherheit, da nicht immer der Wind weht oder die Sonne scheint.

5. Sonderzahlungen der Kraftwerksbetreiber
Aufgrund des neuen Energiekonzeptes zahlen die Kraftwerksbetreiber in einen Fonds Sonderzahlungen aus ihren Gewinnen, die Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Investitionen in erneuerbare Energien zugutekommen.

Contra
1. Sicherheit der Atomkraftwerke
Wir berichteten bereits in dem Artikel „Wie sicher sind unsere Kernkraftwerke?“ vom 1.10.2010, dass es in Deutschland keine Kernkraftwerke gibt, die den heutigen Anforderungen für Neubauten entsprechen. Keine Versicherung versichert ein Atomkraftwerk vollständig, da die Folgeschäden eines Unfalls unvorstellbar hoch wären.

2. Begrenzte Uranvorkommen
Laut einer Studie der Energy Watch Group Uranium Report reicht das Uranvorkommen bei einer Nachfrage wie im Jahr 2006 nur noch für 30 Jahre.

3. Ungelöstes Problem der Atommüllentsorgung
Die Hälfte des hochgefährlichen Stoffes Plutonium-239 ist nach Angaben von Greenpeace erst nach einem Zeitraum von rund 24.000 Jahren zerfallen (so genannte Halbwertszeit). Wenige Millionstel Gramm reichen aus, um Krebs zu erzeugen – ein Risiko für unzählige Generationen nach uns. Salz ist wenig für ein Endlager geeignet, wie das abgesoffene ehemalige Salzbergwerk in Asse beweißt. Die von der Wissenschaft empfohlenen süddeutschen Ton- oder Granitformationen werden von der Regierung abgelehnt.

4. Milliardenverluste für die Stadtwerke
Die Stadtwerke investierten aufgrund der alten Gesetzeslage in neue dezentrale Kraftwerke, deren Auslastung durch die Verlängerung der Atomkraftwerke nun sinken wird. Der Vorsitzende der Stadtwerkevereinigung 8KU, Albert Filbert, sagte in der Tagesschau, dass dies die städtischen Versorger mit 4,5 Milliarden Euro belasten würde.

5. Teurer Atomstrom
Geht man von der reinen Produktion aus, ist Atomstrom tatsächlich günstig. Allerdings sind die Steuerentlastungen und die Investitionen aus öffentlichen Mitteln nicht mit einberechnet. Auch nicht mit einberechnet sind der Rückbau von den Atomkraftwerken und die Endlagerung des Atommülls, welche von den Steuerzahlern zu zahlen sind. Würden all diese Realkosten inklusive den Versicherungskosten mit einberechnet werden, wäre Atomstrom unbezahlbar.

6. Kein passender Mix zu erneuerbaren Energien
100 Prozent versorgungssichere Stromerzeugung durch erneuerbare Energien sind möglich – wir berichteten im Artikel „2050 – 100% erneuerbare Energien möglich“ vom 29.7.2010. Laut BMU deckten 2009 erneuerbare Energien etwa 16 Prozent, Atomkraftwerke etwa 23 Prozent vom Strombedarf ab. Da Atomkraftwerke rund um die Uhr gefahren werden müssen, verstopfen sie die Netze und verhindern somit den Ausbau des Energiemixes aus Wind, Wasser, Biomasse und Solar.

7. Stärkung der zentralistischen Energiewirtschaft
E.ON, Vattenfall, RWE und EnBW teilen sich etwa 80 Prozent des deutschen Strommarktes. Alle Atomkraftwerke werden von diesen vier Energiekonzernen betrieben. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Konzerne für eine Laufzeitverlängerung plädieren – machen sie doch laut Greenpeace pro abgeschriebenes Atomkraftwerk etwa eine Million Euro Gewinn pro Tag.

Unserer Meinung nach kann man nicht gleichzeitig an einer zentralistischen Energiegewinnung durch Atomkraftwerke festhalten und den Ausbau der erneuerbaren Energien propagieren. Eine Umstellung auf erneuerbare Energien erfordert eine dezentrale und vernetzte Energiebereitstellung, so wie sie momentan in Deutschland nicht vorhanden ist.

Was ist Eure Meinung? Eher pro oder eher contra einer Laufzeitverlängerung? Und wenn, was sind Eure Argumente? Einfach kurz kommentieren.

Solarzellen ohne Verschleiß

Blatt und Solarzellen Solarzellen altern und verlieren aufgrund der zerstörerischen Wirkung der Sonne jedes Jahr an Wirkungsgrad und erzeugen so mit weniger Strom – nach 20 Jahren etwa nur noch 80 Prozent der ursprünglichen Leistung. Forscher vom „Massachusetts Institute of Technology“ in Cambridge haben Molekühle entwickelt, die Sonnenlicht speichern und sich selbst erneuern können. Sie hoffen, dieses Prinzip an Solarzellen anwenden zu können.

Dabei haben sie sich an einem bereits in der Natur vorkommenden Prinzip orientiert. Pflanzenmoleküle nutzen das eingefangene Licht für die Photosynthese, bauen sich selbst ab und dann wieder zusammen. Dem Forscherteam ist es gelungen, dieses Prinzip im Labor zu imitieren und Moleküle herzustellen, die Sonnenlicht in Strom umwandeln und sich immer wieder aufs Neue regenerieren. Nach Angaben von Spiegel-Online ist dieses Prinzip bei der Umwandlung von Sonnenlicht in Strom etwa doppelt so effektiv wie die besten heute existierenden Solarzellen.

Es ist zu wünschen, dass diese Technologie bald für die Entwicklung effektiver Solarzellen ohne Verschleiß genutzt werden kann.

Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Nature Chemistry“ im Artikel „Photoelectrochemical complexes for solar energy conversion that chemically and autonomously regenerate“ unter folgendem Link nachzulesen:
Automatisch regenerierende Moleküle