Algen – unser zukünftiger Klimaschützer

Einfache Idee – geniale Wirkung: Die in lichtdurchlässigen Behältern in einer Nährlösung befindlichen Algen nutzen das auftreffende Sonnenlicht zur Photosynthese und bauen mit dem Kohlenstoff aus dem CO2 Biomasse auf. Als Algenarten können sowohl Süß-, als auch Salzwasserarten in Frage kommen.

Vattenfall hat Ende Juni 2010 am Braunkohlestaubbefeuerten Heizkraftwerk Senftenberg eine Pilot-Algenzuchtanlage in Betrieb genommen, welche CO2 aus dem Rauchgas verwerten soll. Die Versuche, die bis Ende 2011 laufen, sollen als Ergebnis die Algenart präsentieren, welche das CO2 am besten verdaut, sich am rasantesten vermehrt und so die höchsten Erträge bringt. Auch der Energie- und Wasserverbrauch und die CO2-Bilanz des Systems wird beobachtet, um den konkreten wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen der Algenzucht zu ermitteln. Die Ergebnisse sind allerdings nur auf diesen Fall eines Braunkohlestaubbefeuerten Heizkraftwerks anzuwenden.

Als Problematisch werden die Verträglichkeit des nach der Rauchgaswäsche verbleibenden Schwefelrestes für die Algen und vor allem der Flächenbedarf bei der Algenzucht gesehen. Nur mit Algen wird der komplette Kohlendioxidanfall eines Großkraftwerkes in naher Zukunft noch nicht aufgefangen werden können. Heutige Einsatzmöglichkeiten wären aber zum Beispiel CO2-Reduktionen von kleinen Punktquellen.

Hersteller und Importeure bereiten sich auf Ökodesign-Richtlinie vor.

Die Ökodesign-Richtlinie legt seit Oktober 2009 die Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte fest. Sie muss noch in nationales Recht umgesetzt werden – Ende November des Jahres wird das Energiebetriebene-Produkte-Gesetz (EBPG) angepasst. Besonders ineffiziente Geräte werden dadurch vom Markt ausgeschlossen, was einen Beitrag zu den europäischen Klimaschutzzielen leisten soll.

Damit Produkte weiterhin das CE-Kennzeichen tragen dürfen, müssen sie eine verbesserte Energieeffizienz vorweisen können und Anforderungen an beispielsweise Luft- und Wasserbelastungen über den Produktlebenszyklus erfüllen. Vorläufig sind neun Produktgruppen wie etwa Fernseher oder Elektromotoren betroffen; 15 weitere könnten folgen. Hersteller und Importeure sollten sich schon im Vorfeld darauf vorbereiten.

2050: 100 % erneuerbare Energien möglich

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes („Energieziel 2050: 100% aus erneuerbaren Quellen“, Thomas Klaus, Carla Vollmer, Kathrin Werner, Harry Lehmann, Klaus Müschen, Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau, Juli 2010) kann die deutsche Stromversorgung bis 2050 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Durch die Technologien wie Wind-, Solarenergie, Photovoltaik und Wasserkraft könne dies nach eigenen Angaben gewährleistet werden, benötige im Aufbau der notwendigen Infrastruktur aber Zeit und ein frühzeitiges Handeln.

Diese Studie unterstellt einen deutschlandweiten Stromaustausch (Regionenverbund). Es werden laut UBA noch zwei weitere Studien folgen, die die Szenarien “Großtechnologie” (europaweite Zusammenarbeit) sowie “Autarkie” (lokale Stromerzeugung) beinhalten.

Für die erste Studie dieser Art wurden unter anderem auch Wetterextreme wie etwa die Windflaute vor drei Jahren als Grundlage genommen. Zudem ist man von keinen Technologiesprüngen ausgegangen, obwohl dies bei vier Jahrzehnten zu erwarten ist. Trotz Nichtbetrachtung der Kosten in dieser Studie gehe man davon aus, dass „die Kosten für die Umstellung geringer sind als die Kosten für den Klimawandel“, so der UBA-Präsident Flasbarth während der Präsentation der Studie in Berlin.

Die technische und wirtschaftliche Machbarkeit von Szenarien mit 40, 60, 80 und 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bis 2050 sind in einer Studie von McKinsey und der European Climate Foundation bestätigt worden. Die Studie besagt aber auch, dass das vorhandene Netz weiter ausbaut werden müsse, um die größeren Mengen an Strom aufzunehmen. Die Renewables-Grid-Initiative (RGI) ist eine Initiative, die den Ausbau von Netz-Kapazitäten zur vollständigen Integration von zentral und dezentral erzeugter erneuerbarer Energie fördert. Sie wird ihre Mitglieder aus mehreren Umweltverbänden und Netzbetreibern deswegen an einen Tisch bringen, um über den notwendigen Netzausbau zu diskutieren.

Ferner bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken überdenkt und entschlossen handelt, damit der CO2-Ausstoß der für mehr als 40 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlichen Stromerzeugung auf Null verringert wird.

Marktanreizprogramm (MAP) für erneuerbare Energien wird fortgeführt

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die Haushaltssperre für das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien im Wärmemarkt aufgehoben. Für die Antragsteller bedeutet dies, dass die bislang gesperrten Fördermittel in Höhe von 115 Millionen Euro für die Modernisierung bestehender Heizanlagen in Bestandsgebäuden zur Verfügung stehen. Unter anderem werden Solarkollektoren zur kombinierten Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung, hocheffiziente Wärmepumpen sowie Pelletkessel bezuschusst. Die Förderkonditionen gelten zunächst bis Ende 2011. Hausbesitzer können die MAP-Zuschüsse ab dem 12. Juli 2010 über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen.

Flug ohne Kerosin

Der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard entwickelte ein mit Sonnenenergie betriebenes Flugzeug namens „Solar Impulse“ und flog damit weltweit erstmalig per Nachtflug 26 Stunden über das Schweizer Jura-Gebirge. Theoretisch wäre laut Piccard mit der gespeicherten Energie noch ein weiterer Nachtflug drin gewesen.

Die in den 12.000 Solarzellen absorbierte Sonnenenergie wird in Batterien des Flugzeugs eingespeist, welche vier Motoren der Maschine mit Strom versorgen. Die Flügelspannweite beträgt insgesamt 63 Meter.

Weitere größere und noch leistungsfähigere Prototypen sollen laut Solar Impulse 2013 zu Flügen über den Atlantik und 2014 um die Welt aufbrechen. Abzuwarten ist, ob irgendwann solarbetriebene Passagierflüge fliegen werden, aber zumindest wird mit diesem Projekt das Bewusstsein für umweltfreundliche Energien geschärft.