Fracking in Deutschland verhindern

Letzten Freitag wurde im Bundestag über das neue Fracking-Gesetz abgestimmt.

Der Vorschlag wurde noch kurzfristig, nach massiven Druck aus der Industrie, eingebracht. Der Zeitpunkt war wohl denkbar günstig dieses Thema, welches in der Bevölkerung auf enormen Widerstand stößt, dank der aktuell großen Aufmerksamkeit bzgl. EM und Brexit, relativ unbemerkt durchkriegen zu können.

Dank des Umweltinstitut München e.V. haben wir jedoch davon erfahren und konnten an deren E-Mail-Aktion teilnehmen und dies auch weiter verbreiten. Darüber hinaus habe ich noch eine selbst verfasste E-Mail an die Bundestagsabgeordnete meines Wahlkreises Frau Dr. Kristina Schröder gesendet. Leider jedoch – quelle surprise – gab es kein Feedback. Den Inhalt habe ich, falls Interesse besteht, an das Ende dieses Beitrags hier gestellt.

In der Abstimmung im Bundestag wurde dann auch mit großer Mehrheit für den Vorschlag gestimmt. In der folgenden Tabelle ist das genaue Abstimmungs-Ergebnis zu sehen:

Ja 435
Nein 109
Enthaltung 9
Nicht abgegeben 77

Inhaltlich sah es auf den ersten Blick sogar aus, als ob mit dem Vorschlag endlich Fracking in Deutschland vom Tisch sein könnte. Jedoch leider nur auf den ersten Blick. Denn in dem Entwurf wurde eine nicht nachvollziehbare Unterscheidung zwischen konventionellem und unkonventionellem Fracking gemacht:

  • Beim konventionellem Fracking handelt es sich um die Förderung von Tight Gas, was bereits seit den 1960er Jahren in Deutschland betrieben wird (und viele der selben Risiken und Probleme birgt).
  • Beim unkonventionellen Fracking handelt es sich um die Förderung von Schiefergas- und Kohleflözförderung.

In einem späteren Artikel werde ich einmal ausführlich über Fracking selbst schreiben, um noch einmal das Verfahren, aber auch die Gefahren genauer zu beleuchten.

Das unkonventionelle Fracking soll unbefristet verboten werden. Soweit so gut. Zuerst dachte ich sogar: perfekt! Go for it! Denkste. Irgendwas stimmte hier nicht …!

Ich habe es mir dann noch einmal vom Umweltinstitut München e.V. erklären lassen, da im Web nicht wirklich viel Detailiertes zu finden war bzw. die Quellen sich widersprachen. Hier nochmal besonderen Dank an die Referentin für Energie und Klima beim Umweltinstitut Frau Franziska Buch. Das Fracking von Schiefergas- und Kohleflözförderung wird zwar erst einmal verboten, jedoch sollen 4 Probebohrungen durchgeführt werden und dann 2021, auf Grundlage der dadurch gewonnenen Erkenntnisse, erneut über genau dieses unkonventionelle Fracking abgestimmt werden. Kann mir bitte einer verraten, was dann dieses „unbefristet verboten“ bedeuten soll, wenn in 5 Jahren das Ganze noch einmal aufgerollt wird? ABM für Abgeordnete? Über diese Probebohrungen können die Länder zwar ein Veto einlegen, aber es werden sich schon ein paar finden, die auch auf Länderebene entsprechend besetzt sind …

Worst-Case ist hier – so zynisch dies auch klingt – wenn bei diesen Probebohrungen „oberflächlich“ nichts passiert (oder Störfälle nicht gemeldet werden). Was sind hier schon 5 Jahre? Hier sind u.U. Prozesse am Werk die vielleicht 10, 20, 50, 100 oder mehr Jahre benötigen, bis sie „Früchte“ tragen …

Und – die nächste Krux – das konventionelle Fracking von Tight Gas war in dem Entwurf gar nicht Verhandlungssache! Aufgrund dieser de­fi­ni­to­rischen Unterscheidung von konventionell und unkonventionell ist damit nur letzteres (vorerst) verboten worden. Das konventionelle Fracking, was seit knapp 5 Jahren aufgrund des großen Widerstandes in der Bevölkerung auf Eis gelegt wurde, wird damit nun wieder wohl anlaufen.

Wir scheinen einfach nicht dazuzulernen.

An dieser Stelle – nachträglich – vielen Dank an das Umweltinstitut München e.V. für das starke und langjährige Engagement, zusammen mit weiteren Umweltverbänden und Bürgerinitiativen für ein generelles und unbefristetes Fracking-Verbot zu kämpfen. Sie werden auch weiterhin für ein vollständiges Fracking-Verbot in Deutschland zusammen mit anderen kämpfen und wir werden sie mit unseren bescheidenen Mitteln unterstützen. Hier eine Stellungnahme zur Abstimmung im Bundestag letzten Freitag: Einschränkungen für Fracking, aber kein Verbot.

Und hier die oben erwähnte E-Mail an die Bundestagsabgeordnete meines Wahlkreises:

Sehr geehrte Frau Dr. Kristina Schröder,

Unternehmen, die ein wirtschaftliches Interesse haben, erzählen uns, dass Fracking unbedenklich und kontrollierbar sei. Experten, mögen sie auch unabhängig und neutral sein, erzählen uns dies auch. Aber jeder von uns kann Beispiele von vorerst als sicher eingestuften Technologien, Verfahren oder Substanzen nennen, bei denen sich jedoch nach Jahren, vielleicht auch erst nach Jahrzehnten herausgestellt hat, dass diese nachhaltig Schäden für Mensch und Umwelt bereits verursachten und/oder für lange Zeit verursachen werden.

Fakt ist, wir wissen viel zu wenig. Was wir wissen ist jedoch:
 - Ohne Gesundheit ist alles nichts.
 - Und auf Grundlage einer zerstörten oder vergifteten Umwelt ist der Mensch nicht lebensfähig.

Am morgigen Freitag soll der Bundestag über den Gesetzesentwurf zum Thema Fracking in Deutschland abstimmen. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein kleiner Sieg gegen Fracking in Deutschland, da das sog. unkonventionelle Fracking von Schiefergas- und Kohleflözförderung verboten werden soll. Jedoch wird das konventionelle Fracking von Tight Gas, was seit den 1960er Jahren in Deutschland betrieben wird und viele der selben Risiken und Probleme birgt wie unkonventionelles Fracking, aussen vor gelassen, und dadurch wird implizit die bisherige Erlaubnis hierfür, die nur auf Eis gelegt wurde, wieder in Kraft treten. Zudem sollen Probebohrungen eine erneute Abstimmung zum Fracking von Schiefergas- und Kohleflözförderung in 2021 vorbereiten. Hierüber dürfen zwar die Länder entscheiden, aber auch dies wird so nicht verhindert werden können. Und auf Grundlage von maximal 5 Jahren "Forschung" soll dann erneut über unkonventionelles Fracking entschieden werden.

Mit diesem Hintergrund stelle ich mir als Bürger dieses Landes das Verfahren des Frackings - egal ob konventionelles und unkonventionelles Fracking - vor und frage mich, warum wird hierüber überhaupt so lange diskutiert und dieses nicht aufgrund potentieller Umwelt- und Gesundheitsgefahren schlicht und einfach und generell verboten? Und hiermit frage ich auch Sie, Frau Dr. Schröder, genau das, da Sie die Abgeordnete meines Wahlkreises sind.

Hier soll eine Technologie eingesetzt werden, bei der ein giftiges Wasser-Sand-Chemikalien-Gemisch ins Erdreich gepumpt wird, dort unter enormen Druck Gesteinsschichten aufgesprengt werden, sich dabei nur näherungsweise kontrollierbar die gewünschten Risse bilden, dann dieses mittlerweile weiter angereicherte giftige Gemisch als Rückfluss oder auch Flowback teilweise, aber auch nur teilweise, wieder zurück an die Oberfläche fliessen soll, um dann das Gas abgreifen zu können.

Das alleine ist doch schon ökologischer Irrsinn! Finden Sie nicht? Von diesem Kaliber hatten wir schon einiges in der Vergangenheit, was uns aktuell und noch lange in die Zukunft hinein enorme Probleme bereiten wird. Müssen wir noch eins drauf packen, um uns der Profitgier von ein paar Unternehmen zu beugen? Und dann noch eins, und noch eins? Wann endlich lernen wir aus unseren Fehlern?

Zusätzlich, wie bei jeder Bohrung nach Gas oder Öl, fallen auch hier beim Fracking giftige Bohrschlämme und Lagerstättenwasser an, welche wiederum ein Gemisch aus Schlamm und Gestein, versetzt mit krebserregenden Kohlenwasserstoffen, Quecksilber, Arsen und natürlich radioaktiven Partikeln sind. Für die Entsorgung des Flowbacks, des giftigen Bohrschlamms und vor allem des Lagerstättenwassers gibt es ebenfalls keine Konzepte, wie dies wirklich sauber, sicher, zeitnah und zugleich auch wirtschaftlich durchzuführen ist. Am Ende bleibt der Steuerzahler auf diesen Kosten sitzen, zusätzlich zu der tickenden Zeitbombe direkt unter ihm. Oder die Entsorgung wird auf andere Länder abgewälzt, deren Bevölkerung sich nicht dagegen wehren kann und deren korrupte Regierungen sich dieses "Vorgehen" gut bezahlen lassen. Kommt Ihnen das alles als Politikerin nicht bekannt vor? Oder wird es diesmal nicht so laufen? Können Sie das garantieren? Auch über Ihre Amtszeit hinaus?

Und wofür das Ganze? Das Gesamtvorkommen des frackbaren Gases in Deutschland beläuft sich geschätzt auf das 7 bis 26-fache des Jahresverbrauchs von Deutschland. D.h. Deutschland könnte sich für diese Zeitspanne von jeglichen Gas-Importen unabhängig machen, sofern der Verbrauch nicht steigt und sofern sämtliche Fracking-Felder erschlossen würden, auch explizite Natur- und Wasserschutzgebiete. Nach Studien, die neuere Erfahrungsberichte aus den USA von - entgegen den ebenfalls von Experten ausgestellten Erwartungen - erheblich sinkenden Förderungsmengen einbeziehen, geht man mittlerweile jedoch eher von der unteren Skala aus. Und für eine einzige Dekade, manche sprechen auch von 12 oder 13 Jahren sollen wir auf unabsehbare Zeit ein unabsehbares ökologisches und gesundheitliches Risiko eingehen?

Die Vollabdeckung wird natürlich faktisch nicht angestrebt, die Rede ist von einem Teil. Hier fallen Zahlen von 3% bis 10% des Erdgasverbrauches. Ja, es geht hier um die Energieversorgung. Aber dieser Anteil lässt sich anderweitig sicherer und ökologischer abdecken. Z.B. Förderung der Erneuerbaren Energien wieder verstärken und nicht wie zuletzt ausbremsen. Oder z.B. Einsparungen. Eine immer noch viel zu wenig beachtete Möglichkeit in der ganzen Energie-Debatte.

Sie merken, ich könnte noch Weiteres schreiben, z.B. von dem hohen Methanausstoß bei der Erdgasförderung mit Fracking erzählen und wie schlecht dies für die Eindämmung der Klimaerwärmung ist, aber auch das wissen Sie wahrscheinlich bereits. Ich hoffe einfach, dass Sie sich daher im Sinne für unser aller Umwelt und Gesundheit entscheiden.

Abschließend - falls vielleicht doch einmal - entgegen der Meinung der Unternehmen und der Experten - stellenweise etwas schief geht oder sich die ganze Sache später als ökologischer Super-GAU entpuppt, können Sie dann Ihren eigenen Kindern in die Augen schauen, Ihnen das Verfahren des Fracking erklären und Ihnen dann noch mit gutem Gewissen sagen, dass Sie für Fracking waren?

Daher bitte ich Sie, setzen Sie sich für ein echtes, generelles Fracking-Verbot ein!

Vielen Dank.


Mit freundlichen Grüßen

Marc Assmann, 23.06.2016, Wiesbaden

Vergebung

balloons_klein Jedes Jahr werden unterschiedliche Rangfolgen herausgegeben, in welchen Ländern die Menschen am glücklichsten sind. Auf den ersten Rängen befinden sich Länder, von denen man das auf den ersten Blick nicht erwarten würde: Paraguay etwa oder Island. Deutschland dagegen rangiert meistens nur irgendwo im Mittelfeld.

Ich lebe gerne in Deutschland, aber dennoch habe ich ständig das Gefühl, als laste permanent eine Schwere auf den Menschen hier. So auch bei mir. Eine Schwere, die einem davon abhält, nach vorne zu schauen, sein ganzes Potential abzurufen oder ganz einfach nur glücklich zu sein.

Woran mag das liegen? Natürlich herrscht in Paraguay besseres Wetter als hier. Aber ich denke, es liegt zum großen Teil daran, dass viele Menschen die Vergangenheit nicht loslassen können oder viel mehr noch, dass sie sogar in der Vergangenheit leben.

Viele Menschen sind immer auf der Suche nach etwas Besserem und vergessen dabei, dass das Beste genau vor ihren Augen liegt. Nehmen wir als Beispiel die hohe Trennungsrate in Beziehungen. Obwohl alles stimmt – gemeinsame Interessen, gemeinsame Träume usw. – reicht oft nur eine Kleinigkeit aus, um zu sagen, ich gehe einen anderen Weg. Und Schuld ist natürlich der Gegenüber. Es ist ja auch bequem, die Fehler bei anderen zu suchen.

Doch würde man sich mal die Mühe machen, in sich hinein zu horchen, stellt man fest, dass die Gründe meistens in einem selber liegen. Durch das schnelle Wechseln der Partner in der heutigen Zeit, ist es kein Wunder, dass man schnell eine Mauer aufbaut, um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Das Herz erkaltet quasi. Diese Mauer nimmt man jedoch mit in die nächste Beziehung. Und so wird durch jede Verletzung eine neue „Steinreihe“ aufgesetzt bis man letztendlich nichts mehr fühlt. Die neue Beziehung ist eigentlich von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Dem Partner immer die Schuld zu geben und ihn nach seiner Vorstellung zu verbiegen zu versuchen, bringt niemanden einen Schritt weiter. Um wirklich glücklich zu werden, muss man mit seiner Vergangenheit abschließen und sich selber vergeben. Und die Liebe ist wahrscheinlich die einzige Kraft, die dies schaffen kann.

Dieses Loslassen und Abschließen des Vergangenen ist natürlich kein leichtes Unterfangen. Ich behaupte sogar, dass es eine der schwierigsten Prüfungen ist, die uns das Leben bereitet. Sich Zeit nehmen, in sich ganz tief hinein gehen, alle verdrängten Probleme noch einmal erleben, um sich zu sagen „ich verzeihe dir“. Aber nur so kann man sich mit vollem Herzen dem Neuen öffnen. Nur dann hat die Liebe eine Chance. Und die Liebe ist doch das, wonach sich jeder Mensch sehnt, um glücklich zu sein.

Gewinne um jeden Preis

20140808_110717_kleiner Neulich saβen wir seit langem mit der ganzen Familie zusammen und schauten auf dem Sender „Arte“ eine Dokumentation ϋber die skrupellosen Geschäfte von Nestlé und seinem Produkt „Pure Life“ mit dem Gut Wasser. Auf die Frage der Kinder “Was bedeutet Skrupel?” lautete unsere Antwort: “Wer Geschäfte macht, nur um Gewinn zu erzielen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben und, ohne Rϋcksicht auf die Natur und den Menschen vor Ort zu nehmen, der hat keine Skrupel.” Reicht diese Antwort aus? Schaut man sich – nicht nur die aktuelle – Geschichte der Menschheit an, stellt man sich unweigerlich die Frage, ob der Mensch je Skrupel besessen hat? Ich möchte dem etwas näher auf den Grund gehen.

Die Fuβball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist erst vor kurzem zu Ende gegangen. Trotz allen negativen Folgen – sinnlos verbauter Milliarden an Steuergeldern etwa in Stadien im Niemandsland – wurde die Welt wieder auf längst vergessene oder verdrängte Probleme aufmerksam gemacht. Im Internet kursierten messerscharf gestochene Luftbildaufnahmen der Zerstörung des Regenwaldes, dass einem vor Wut, aber auch vor Bewusstlosigkeit die Tränen in die Augen schossen. Das Ausmaβ der Zerstörung scheint noch gröβer zu sein, als man es sich je vorzustellen traute. Und fϋr was? Fϋr den Rohstoffhunger des Westens, fϋr die Produktion von Palmöl, Rindfleisch oder “schicker” Möbel. Ist dies alles wirklich den Preis wert?

Der Regenwald in Brasilien ist das bekannteste Beispiel. Wie sieht es aber in Regionen aus, die es nicht in die Berichterstattung moderner Medien schaffen? Von einer Region möchte ich berichten. Mosambik wurde zuletzt aufgrund seines Missmanagements seiner Umwelt als das am zweitletzten entwickelte Land der Erde eingestuft. Die britische “Environmental Investigation Agency” (EIA) deckte in ihren 2013 erschienenen Studien “First Class Crisis” und “First Class Connections” auf, dass 93 Prozent aller Baumrohdungen im Jahre 2013 auf Mosambik illegal waren.

Die allermeisten Exporte davon gingen laut den Studien auf das Konto von China. China benötigt die Rohhölzer hauptsächlich fϋr seine holzverarbeitende Industrie. Die seltenen Hölzer erster Qualität – zum Beispiel die Arten Pau Ferro, Mondzo, Chanate, Jambire oder Umbila – werden fϋr Möbel oder Böden der wachsenden chinesischen Mittelschicht benötigt. Die gewaltige chinesische Nachfrage an Hölzern bedroht den Bestand an Mosambiks Wäldern und treibt das Erntevolumen ϋber jegliches Nachhaltigkeitslevel.

Die armen ländlichen Gemeinden sind diejenigen, die am meisten leiden. Durch den illegalen Handel gingen dem Staat seit 2007 146 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen verloren. Geld, das gut in Projekte fϋr ländliche Regionen angelegt hätte werden können.

Seit 1999 begrenzt das “Forest and Wildlife Law” eigentlich den Export von Hölzern und setzt den illegalen Handel unter Strafe. Leider ist die Korruption in Mosambik sehr hoch, weshalb auch die beste Gesetzgebung immer wieder ausgehebelt wird.

Die EIA fordert deshalb einen sofortigen Stopp aller Holzexporte bis eine nachhaltige Forstwirtschaft sichergestellt werden kann. Dafϋr sind verschiedenste Maβnahmen von unterschiedlichen Akteuren notwendig. Die mosambikanische Regierung sollte zum Beispiel eine jährlich erlaubte Menge an Rohdungen festelegen, eine unabhängige Begutachtung der Korruption vorantreiben, die Wald-Kriminalität eher als Kriminaldelikt denn als Zivildelikt auffassen und die zivile Gesellschaft in Angelegenheiten des Waldsektors beteiligen. Die chinesische Regierung sollte den Import illegaler Hölzer verbieten und die chinesischen Unternehmen, die dagegen verstoβen, bestrafen. Und letztendlich sollten die internationalen Geldgeber darauf achten, dass die Hilfe davon abhängt, ob eine nachhaltige Waldwirtschaft in Mosambik wiederhergestellt wird.

Leider ist es wahrscheinlich so, dass bei vielen Menschen in Geldangelegenheiten – gerade wenn es ums Überleben geht – die Grenze zur Skrupellosigkeit flieβend ist. Es mϋssen Anreize geschaffen werden, die dem Menschen wieder bewusst werden lässt, was fϋr einen Schatz Mutter Natur ihm bietet, wenn er sorgsam mit ihm umgeht.

MT200800_kleiner Die Machenschaften der Chinesen in Mosambik werden durch zwei mir bekannte Brϋder bestätigt. Und zwar nicht nur im Wald-, sondern auch im Fischsektor. Um an die Lizenzen fϋr den Holzeinschlag und das Fischen zu gelangen, bauten die Chinesen eine Straβe quer durch Mosambik. Dann statteten sie die einheimische Bevölkerung mit erstklassigem Angelwerkzeug aus. Die Brϋder beobachteten sehr häufig wie die Einheimischen im Busch Haifischflossen fϋr die Chinesen trockneten. Die Flossen werden am lebenden Tier einfach abgeschnitten. Das Tier selber ist dann so gut wie bewegungsunfähig, sinkt zu Boden und verendet. Die IUCN stufte Haie auf die “Rote Liste gefährdeter Arten” ein. Millionen von Haien werden jährlich getötet. Und fϋr was diese grausame Tierquälerei? Nur um als Haifischflossensuppe auf chinesischen Hochzeiten zu landen.

Die Brϋder reagierten auf ihrem Land sofort. Sie ϋberlegten, an was es im Land am meisten mangelt: Bildung. Sie bauten gemeinsam mit den Einheimischen eine Schule und werden in Zukunft fϋr den Verdienst einer Lehrerin aufkommen. Im Gegenzug versprachen die Einheimischen in einer Ratssitzung, nicht mehr fϋr die Chinesen das Meer leer zu fischen.

Der Bestand an Fischen und Haien erholt sich zumindest in dieser Region langsam wieder. Somit können sich die Menschen wieder selbst versorgen und darϋber hinaus durch den Verkauf der Fische auf dem Markt vom Reichtum der Natur partizipieren. Die Kinder gehen seit kurzem unter einem Dach statt im Freien zur Schule und lernen, dass Nachhaltigkeit viel mehr bringt, als kurzfristiger Gewinn um jeden Preis. Ein fairer “Deal” wie ich finde.

Gedanken einer freundlicheren Mobilität

IMGP0526kleiner Ich habe schon oft ϋber den Verkehr berichtet. Beim Thema Verkehr ist aber nicht nur das Auto zu betrachten. In Gesprächen mit Freunden stelle ich immer wieder fest, dass viele bereit wären, auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder sogar auf das Rad umzusteigen, wenn einige Randbedingungen erfϋllt wären. So zum Beispiel die Bereiche Sicherheit oder Flexibilität.

In meiner Heimatstadt etwa beginnen und enden Radwege im Nirgendwo, sodass man sich plötzlich zwischen zwei LKWs wiederfinden kann. Kommt man doch heile an, so fehlt es an geeigneten ϋberdachten Fahrradabstellplätzen. Gegen die Einbahnstraβe fahren zu können ist gut und gibt einem als Fahrradfahrer die Möglichkeit, abseits der Hauptstraβen zu fahren. Jedoch hält sich nicht jeder Autofahrer daran. Hier gilt es noch mehr Aufklärungsarbeit durchzufϋhren.

Warum einige Straβenzϋge nicht einfach den Fuβgängern zurϋckgeben? Dadurch gebe es eine ganz neue Lebensqualität in den Städten. Es wϋrde grϋner, der Einzelhandel gestärkt und durch vermehrte Straβenfeste etwa das Miteinander unter den Menschen erhöht werden. Eine zu einer Fuβgängerzone umfunktionierte Straβe, kann zudem zu einem wahren Einkaufsmagneten werden, den man sich in Zukunft gar nicht mehr wegdenken kann. In diesem Fall ist die Politik gefragt, diesen Weg mit Mut zu bestreiten.

Der ÖPNV muss auch das Umland mit betrachten. Heute nimmt die Anzahl der Pendler zur Arbeit ständig zu. Damit Pendler ϋber einen Umstieg nachdenken, mϋssen Anreize geschaffen werden. In der Stadtperipherie etwa sollten beispielsweise gröβere „Park-and-Ride“ Systeme zur Verfϋgung gestellt werden. Die Anschlusszeiten sollten auch mit den ϋberregionalen Verkehrsverbϋnden besser getaktet werden.

Über eine Idee, die man vielleicht in einigen Städten ϋberlegen kann, möchte ich berichten. Die belgische Stadt Hasselt bot tatsächlich seinen öffentlichen Personennahverkehr zum Nulltarif an. Jeder konnte auf einmal Busse und Bahnen kostenlos nutzen. Folge davon war, dass die Anzahl an Passagieren enorm zunahm. Dadurch stiegen die Umsätze und Arbeitsplätze in der Innenstadt. Die Finanzausfälle durch Ticketverkäufe oder Parkplatzgebϋhren wurden dadurch mehr als aufgefangen. Vielspurige Straβenzϋge und Parkplätze konnten zurϋckgebaut oder sogar begrϋnt und fuβgänger- und fahrradfreundlich umgestaltet werden. Kurz zusammengefasst: die Menschen wurden einfach glϋcklicher.

Es gibt weitere Beispiele an Städten, die neue Wege gehen. Städte wie Mϋnster, Freiburg oder Kopenhagen können hier als Vorbilder dienen. Sie zeigen, dass ein Miteinander aller Verkehrsteilnehmer funktionieren kann.

Ist der Planet noch zu retten?

green-grass-on-a-pavement (200x140) Schaut man sich die Weltnachrichten, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, das Streben nach der Weltherrschaft oder aber auch seine eigenen Lebensgewohnheiten an, so kommt man unweigerlich zum Schluss, dass der Planet eigentlich nicht mehr zu retten sei.

Der fϋnfte Weltklimabericht des Weltklimarats (IPPC) vom April 2014 stellt fest, dass die Treibhausgasemissionen immens gestiegen sind. Der internationale Flugverkehr trägt zum globalen Klimawandel bei; die Fluglobby schafft es jedoch jedesmal, die Einfϋhrung einer Kerosinsteuer zu verhindern.

Plastiktϋten fördern den Klimawandel, da sie aus Polyethylen bestehen, was wiederum aus Öl gewonnen wird. Zudem vermϋllen sie die Meere und lassen die Tiere darin verenden, da sie Plastik als Nahrung ansehen. Laut dem NABU verbraucht jeder Deutsche 65 solcher Tϋten im Jahr; das sind 5,3 Milliarden pro Jahr in Deutschland. Weltweit sind es eine Billion Plastiktϋten.

Manche Dinge sind aber gar nicht so offensichtlich auf den ersten Blick. Wer denkt schon beim Kauf eines Schweinekoteletts an das Leiden der Tiere in den “Schlachtfabriken”, wo teilweise zigtausende Schweine pro Tag geschlachtet werden? Turbomast, vollgepumpt mit Antibiotika, abgeschliffene Zähne. Hauptsache gϋnstig – mehr als einen Euro darf das Kotelett nicht kosten. Wer denkt beim Kauf des Edelfisches “Loup de Mer”, dass diese mit riesigen sich verengenden Netzen – die so genannte Gespannfischerei – gefangen werden und Delfine sich somit erst schwer verletzen und letztendlich qualvoll ersticken?

Die Gesellschaft ist zu einer Wegwerfgesellschaft verkommen. Produkte, die nicht mehr der Mode entsprechen, werden weggeworfen und schnell ersetzt. Geradezu absurd ist die Tatsache, dass Krabben aus der Nordsee zum Pulen nach Südafrika geflogen werden, um dann wieder in Deutschland verkauft zu werden. Oder wieviel Essen wird in Deutschland und weltweit ohne nachzudenken einfach weggeworfen? Andererseits kann man in heutigen Zeiten ϋberhaupt noch etwas Gutes tun? Sind denn zum Beispiel Bio-Zitronen aus Argentinien oder Bio-Weintrauben aus Chile ökologisch sinnvoll? Man hat fast den Eindruck, dass man dem Plastik gar nicht mehr aus dem Weg gehen kann, wenn man sich alleine die Verpackungen in den Supermarktregalen ansieht.

Unser Lebensstil hat sich verändert. Sicherlich, jede Generation hat ihre eigenen Probleme; und jede macht ihre eigenen Erfahrungen. Jedoch gab es frϋher noch Zwischenmenschlichkeit. Eine Eigenschaft, die in der heutigen digitalen Welt verloren geht. Der Mensch verkϋmmert seelisch unter den vielen digitalen Freunden. All diesem unermesslichen Konsumverhalten und der fehlenden Kommunikation muss ein Riegel vorgeschoben werden. Es gibt genϋgend Beispiele, dass dieser Planet noch nicht verloren ist.

Der bereits erwähnte Weltklimabericht gibt Maβnahmen wieder, um die Klimafolgen zu mindern oder zu vermeiden. Um die gerade noch fϋr den Planeten beherrschbare Erwärmung um zwei Grad zu erreichen, mϋssen Kosten getragen werden, die das Weltwirtschaftswachstum bis Ende des Jahrhunderts um etwa 0,06 Prozent verlangsamt. Verglichen mit den Kosten, die auf uns zukommen, wenn wir nichts tun, ist dies aϋβerst gering. Jedoch ist dazu eine internationale Kooperation nötig.

Die Deutschen sind immer noch Weltmeister im Reisen. Die Hälfte fährt mit dem Auto, ein Drittel fliegt. Wie sieht es mit den Möglichkeiten aus, ökologisch und sozial verträglich zu reisen? Das Gute liegt so nah – Nahreisen heiβt das Zauberwort. Bahn- und Busfahrten weisen eine deutlich bessere Kohlendioxid- und Energiebilanz auf als beispielsweise das Auto oder das Flugzeug, so der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Und wenn doch nicht auf das Fliegen verzichtet werden kann? Auch ich nehme mich davon nicht aus. Dann sollte zumindest auf bestimmte Dinge geachtet werden, etwa die Faustformel je weiter man fliegt, desto länger sollte man bleiben. Einen kleinen Ausgleich kann man mit der CO2-Kompensation erreichen. Die Organisationen, die sich darauf spezialisiert haben, investieren das Geld in Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern. Fernreisen sind sicherlich nicht klimafreundlich. Aber auch hier kann man sich fϋr nachhaltiges Reisen entscheiden und die Folgen etwas abmildern. Ein unabhängiges Qualitätssiegel ist zum Beispiel das Prädikat “CSR-Tourism”. Kriterien sind unter anderem CO2-Emissionen, Wasserverbrauch, Mitarbeiterzufriedenheit und Menschenrechte. So kann auch eine Reise nach Namibia nachhaltig sein, dem Schutz von Nashörnern dienen, Arbeitsplätze schaffen und sich fϋr die Rechte der Menschen vor Ort einsetzen. Macht euch also bereits vor der Reise im Reisebϋro schlau.

Was kann der einzelne im täglichen Leben beitragen? Fangen wir mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Tat an: die Plastiktϋte gegen eine umweltfreundliche Tasche auszutauschen. Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT arbeitet derzeit an einer Alternative auf Basis von Biowachsen. Die nachwachsenden Rohstoffe wie etwa Bienenwachs, Karnaubawachs oder Candelillawachs sind im Gegensatz zu Kunststoffen und Biokunststoffen laut ECO-World in Wasser relativ schnell biologisch abbaubar. Sobald diese marktreif sind, werde ich davon Gebrauch machen. Auch in der Freizeit kann man einiges bewirken. Beim Picknick im Park etwa auf Einweggeschirr und –besteck verzichten. Getränke in Mehrwegverpackungen kaufen. Diese schonen das Klima und die Ressourcen, da sie ϋber 50 mal öfter verwendet werden, als etwa Dosen. Fϋr kurze Anreisen das Rad oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen.

Wer nicht selbst Hand anlagen will oder kann, kann auch mit Unterstϋtzungen einiges Bewirken. Unterstϋtzt zum Beispiel Organisationen wie etwa Greenpeace, die groβe Natursteine im Meer versenken, um die Meeresbewohner so vor der zerstörerischen Grundnetzfischerei zu schϋtzen. Dies ist vor allem in Schutzgebieten sinnvoll. Fischer bleiben dann aus den Gebieten fern und der Meeresboden und seine Tierwelt kann sich erholen. Biolebensmittelhersteller und –vertreiber unterstϋtzen, die auf regionale Produkte setzen und auf Nitrate und Pestizide verzichten. Auch wenn der Preis etwas höher liegt, unsere Gesundheit und unser Grundwasser wird es uns danken.

Auch in Punkto Geldanlage kann sich jeder mittlerweile informieren, wie Banken arbeiten und was mit seinem Geld passiert. Alternativen sind zum Beispiel ethische und sozial-ökologische Banken. Diese investieren dein Geld nur in nachhaltige, soziale und ökologische Projekte und Unternehmen. Jeder entscheidet wofϋr das Geld eingesetzt werden soll. Beispielsweise in ökologische Landwirtschaft, regenerative Energien oder Kindergärten.

Letztlich kann auch dem seelischen Verkϋmmern der Menschheit entgegengewirkt werden. Denn wie es in der letzten Ausgabe des Quell-Magazins heiβt, “die besten Dinge kosten nichts” und dennoch machen sie uns gesϋnder, glϋcklicher und gelassener. Vielleicht ein Weg, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Als da wären:
• Sonne genieβen: in Maβen wird so vom Körper lebenswichtiges Vitamin D produziert, um vielen Krankheiten vorzubeugen.
• Barfuss gehen: dreiβig Minuten täglich reichen aus, um eine gesunde Grundfitness aufzubauen.
• Fasten: der Organismus regeneriert sich und lässt Depressionen, Bronchialasthma und chronische Krankheiten verschwinden.
• “Lebendiges Wasser” trinken: Wasser, das aus eigener Kraft aus der Erde kommt und nicht industriell verarbeitet wird, kann wie ein homöopathisches Mittel wirken.
• Wildpflanzen essen: diese Pflanzen haben ein höheres antioxidatives Potenzial und vermehrt Nährstoffe und Vitamine.
• Geheimnis glϋcklicher Menschen: um zu Lebenslust zu gelangen, muss man Beziehungen im realen Leben aufbauen und pflegen.

Dies alles sind nur einige wenige Beispiele, die jeder zum Erhalt dieses Planeten und einem glϋcklichen Leben beitragen kann. Jedoch Grund genug, fϋr uns zu sagen, dass wir noch zu retten sind, wenn jeder mithilft.

Über den Frieden

Peace Das Bild hat mich nicht mehr losgelassen und traurig gemacht. An einer Mauer schrieb ein kleiner Junge unter dem Bild einer Drone “Why did you kill my family?” Ein Schicksal, das viele teilen. Massengräber auf Knopfdruck. Zivile Verluste sind Kolateralschäden. Ist es gerechtfertigt, wenn wenige Tote viele Leben retten?

Wer wird in einem Krieg sterben? Es sind die Unschuldigen, die gar nichts mit dem Kampf um die Vorherrschaft auf der Welt zu tun haben. Nicht wenige sind der Meinung, dass die Krise in der Ukraine zu einem neuen Aufflammen des kalten Krieges fϋhren kann. Oder sogar zu einem neuen Weltkrieg. Wollen wir das wirklich? Du sollst nicht morden. Was schon damals im Buch aller Bϋcher festgehalten wurde, ist heute aktueller denn je.

Wer wird in einem Krieg gewinnen? Gewinner sind eigentlich nur die Waffenproduzenten und –händler. Oder wie es in einem Lied in den 80ern heiβt “Friend only to the undertaker!” In der Ukraine stehen die Sicherung der Märkte im Vordergrund. Beispiele dieser Art könnten viele genannt werden. Statt fϋr Reichtum und Sicherheit mϋsse fϋr Frieden gesorgt werden.

In Deutschland herrscht seit langem Frieden. Wir leben in Wohlstand und Luxus. Wir können uns jegliche Arten der neuesten Elektronik leisten. Die wenigsten wissen wahrscheinlich, dass diese seltene Erden benötigen, welche aus Afrika kommen und dort fϋr Armut sorgen oder damit sogar Bϋrgerkriege finanziert werden.

Es gibt keinen Weg zum Frieden. Frieden ist der Weg. (Mahatma Gandhi)

Wie also ist der Frieden zu erreichen? Wie der Philosoph Baruch de Spinoza bereits im 17. Jahrhundert schrieb, “ist Frieden mehr als die Abwesenheit von Krieg. Frieden ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Gϋte, Vertrauen, Gerechtigkeit.” Der Mensch wird als friedvolles Wesen geboren. Durch die Gesellschaft geht dies leider verloren. Dennoch kann man diese Einstellung wieder erlangen. Voraussetzung dafϋr ist, so Konstantin Wecker, “ein persönlicher Wandel.”

Und dieser Wandel ist zu erreichen. Einer der bewegendsten Dokumentarfilme, an den ich mich erinnern kann, ist der 2003 gezeigte Film “Promises”. Palästinensische und jϋdische Kinder verbringen gemeinsam einen Sommer lang zusammen. Am Anfang voller Vorurteile, entstand am Ende eine Freundschaft ϋber Grenzen hinaus. Es ist also möglich, die eigenen Schranken zu verlassen. Wenn man sich nämlich die Mϋhe macht, die Ängste und Träume der anderen kennen zu lernen, ist dies der erste Schritt zu erkennen, dass alle Menschen eine Einheit bilden können.

Beispiele an Vorbildern gibt es viele – einige wenige möchte ich hier erwähnen. So etwa Mahatma Gandhis Methode der Gewaltlosigkeit und des passiven Widerstandes. Mit der gleichen Methode schaffte es Martin Luther King, die Rassentrennung in den USA zu Fall zu bringen. Und wie groβ ist die Geste des Verzeihens und der Versöhnung von Mandela nach der Apartheit und nach 27 Jahren Haft.

Frieden ist also Verstehen, Wandel in sich selber, ohne Vorurteile sein, Verzeihen. Wer dies kann beziehungsweise wer dies lebt, trägt ein Stϋck weit zum Frieden bei.

Am Ende möchte ich Charlie Chaplins 1940 entstandenen Film “Der groβe Diktator” erwähnen. Seine Rede, als er am Ende mit dem Diktator verwechselt wird und die Chance erhält, vor dem Volk zu reden, ist ein Appell an die Menschlichkeit. Und an einen damals wie heute sehnsϋchtig erwϋnschten Weltfrieden.

Small Steps – 24: Mehr Spritverbrauch durch Auto-Fähnchen

191133_100_100 Laut dem Österreichischen Automobilclub ÖAMTC erhöht sich wie auf Spiegel-Online berichtet der Kraftstoffverbrauch bis zu etwa einen halben Liter je 100 Kilometer wenn man Flaggen am Auto anbringt. Durch das Flattern im Wind erhöht sich der Luftwiderstand. Je größer also die Flagge, desto höher der Spritverbrauch. Zur Fußball-WM will verständlicherweise keiner darauf verzichten. Deshalb sind die am Außenspiegel angebrachten Fähnchen eine elegante Lösung wie wir finden.

What is the strongest force on earth?

What is the strongest force on earth?

The strongest force on earth Wie wäre eure Antwort auf diese Testfrage in der vierten Schulklasse gewesen? Sind es vielleicht die gröβten Containerschiffe der Welt oder die Kraftwerke zur Herstellung unserer benötigten Energie? Selbst die "richtige" Antwort der Erdanziehungskraft verblasst gegenüber der Antwort eines jungen Kindes auf dem Testbogen, dem er seinen Lehrer abgegeben hat. Ganz einfach war seine Antwort: Liebe. Und wie herzlos klingt das durch den Lehrer mit roter Farbe daneben geschriebene Wort "falsch".

Planet4Life hat zwei Jahre Pause gemacht. Zwei Jahre, in denen viel passiert ist. Die Liebe gefunden und das schönste Geschenk auf Gottes Erden erhalten: unseren Sohn. Ein Kind wird ohne Vorurteile geboren. Ein Kind erfährt und gibt bedingungslose Liebe. Eine Eigenschaft, die uns Erwachsenen abhanden gekommen zu sein scheint. Ich habe gelernt, dass ein Kind nicht in erster Linie geboren wird, damit wir ihn belehren. Ein Kind wird geboren, um uns den Weg zu zeigen, um das Kind in uns zu heilen.

Die Frage, ob es in der heutigen Zeit noch ratsam sei, Kinder in die Welt zu setzen, hat sich uns gar nicht erst gestellt und ist mit einem eindeutigem "Ja" zu beantworten. Eine neue Seele bringt so viel Licht in diese Welt und gibt dieses Licht an jeden Mitmenschen weiter. Es berührt das Licht der Liebe in einem Menschen und setzt die positive Energie in Jedem frei. Es ist diese positive Energie in jedem Individuum, die eine Veränderung in uns hervorbringen kann und somit auch zu einem bewussteren Leben führt. Ich bin dankbar, dass meine Frau lichtvoll und mit viel Liebe zu mir gehalten hat und diesem wunderbaren Menschen das Leben geschenkt hat. Und ich bin dankbar, dass ich jeden Tag Teil dieses Wunders sein darf.

Bedingungslos lieben bedeutet "ohne Bedingungen" zu lieben. Nicht "wenn du mir Liebe gibst, dann bekommst auch du meine Liebe" oder "bekomme ich keine Liebe von dir, dann gebe ich dir auch keine zurück". Nein. Dieses ewige Denken des Gebens und Nehmens muss man loslassen. Wir kreieren unsere Umwelt in uns selbst. Dazu gehört Mut. Mut des Loslassens alter Strukturen und Mut neue Wege zu gehen.

Aber wieviel kann ein einziges mutiges Herz bewegen? Viel! Ich denke immerzu an die Rede von Severn Cullis-Suzuki vor dem U.N. Earth Summit im Jahre 1992. Und jedes Mal beim Ansehen des Videos kommen mir die Tränen. Nicht nur wegen der – immer noch aktuellen – Dringlichkeit der Probleme, sondern vor allem wegen ihrer lichtvollen Worte und des Mutes des 12-jährigen Mädchens, sich für die Zukunft der nächsten Generation einzusetzen. Nun, nicht jeder ist dazu geboren, vor dem U.N. Kongress zu sprechen, aber jeder noch so kleine Mut, sich für eine bessere Welt einzusetzen, bringt uns weiter. In diesem Sinne möchte Planet4Life wieder für euch da sein und motivieren, Mut und Liebe zu zeigen.

Schlieβen möchte ich mit dem "Hohelied der Liebe" aus 1 Korinther 13:

"Die Liebe ist geduldig und freundlich.
Sie kennt keinen Neid, keine Selbstsucht,
sie prahlt nicht und ist nicht überheblich.
Liebe ist weder verletzend
noch auf sich selbst bedacht,
weder reizbar noch nachtragend.
Sie freut sich nicht am Unrecht,
sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt.
Diese Liebe erträgt alles, sie glaubt alles,
sie hofft alles und hält allem stand."